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Wien/St. Pölten. Nach mehreren die Bilanz belastenden Heta-Abschreibungen in der Vergangenheit hat die Hypo Niederösterreich heuer im ersten Halbjahr ihren Gewinn fast verdoppelt. Aus dem Heta-Thema gab es sogar eine Zuschreibung. Indes habe man die erstmals vorgeschriebenen Beiträge für die Einlagensicherung und den Abwicklungsfonds mit Kosteneinsparungen teilweise kompensiert, teilte die Bank am Freitag mit.

Wie aus ihrem Halbjahresbericht hervorgeht, stieg der Gewinn vor Steuern von 9,3 auf 17,2 Millionen Euro. Netto lag das Ergebnis bei 13,1 (nach 6,9) Millionen Euro. Der Zinsüberschuss des Konzerns schrumpfte jedoch wegen höherer Vorsorgen für das Kreditgeschäft von 67,0 auf 53,3 Millionen Euro.

Mehr Kundeneinlagen


Bei den Kundeneinlagen registrierte die Bank seit Ende 2015 einen Anstieg von 3,3 auf 4,2 Milliarden. Gestiegen ist auch die Bilanzsumme: von 15,9 auf 16,2 Milliarden Euro.

Nach einigen belastungsintensiveren Perioden durch das Heta-Moratorium respektive die Wertberichtigung bankeigener Heta-Anleihen blicke man "vorsichtig positiv nach vorne", erklärt der Hypo-NÖ-Vorstand im Halbjahresbericht. Aufgrund der Einigung zwischen dem Land Kärnten und den Heta-Gläubigern sehe das Thema - ohne jahrelangen Rechtsstreit mit unsicherem Ausgang - einer für alle Beteiligten kompromissfähigen Lösung entgegen, so die zu hundert Prozent im Eigentum des Landes Niederösterreich stehende Bankengruppe.

In den vergangenen Jahren hatte die Hypo Niederösterreich bei den von ihr gehaltenen Anleihen der Hypo Alpe Adria (jetzt Heta) in mehreren Schritten kumuliert 87,1 Millionen Euro abgeschrieben. Nun jedoch gab es eine Zuschreibung in Höhe von 13,7 Millionen Euro - ein positiver Effekt für die Konzernbilanz. Die kumulierte Abschreibung bei den 2006 und 2007 mit einer Haftung Kärntens gezeichneten Bonds hat sich somit auf 73,3 Millionen Euro verringert.

Heta-Bonds bald fällig


Die von der Hypo NÖ gehaltenen Heta-Anleihen sind im zweiten Halbjahr 2016 und 2017 fällig. Wie berichtet, ist zur Einigung mit den Heta-Gläubigern im Mai zwischen Finanzministerium und 72 Gläubigern ein "Memorandum of Unterstanding" für eine außergerichtliche Einigung unterzeichnet worden. Damit das Angebot zustande kommt, ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Das finale Angebot selbst soll bis spätestens 5. September gelegt und bis spätestens 31. Oktober 2016 abgeschlossen werden.

"Nach heutigen Berechnungen wird beim Umtauschangebot in einen Zero-Bond von einer Senior-Quote von über 90 Prozent und einer Nachrang-Quote von über 45 Prozent ausgegangen", so die Hypo NÖ. Die neuen, bis Ende Juni vorliegenden Informationen würden jedenfalls verbesserte Abwicklungseffekte zeigen, "wodurch, ausgedrückt durch die Heta-UGB-Abwicklungsbilanz, der insgesamt erwartete Heta-Abwicklungserlös anstieg. Somit ergibt sich ein interner Bewertungskurs von 70,15 Prozent."