Wien. Das Brexit-Votum und der Einbruch der britischen Währung belasten die Geschäfte des österreichischen Ziegelherstellers Wienerberger. Am Ziel eines operativen Ebitda von 405 Millionen Euro im Gesamtjahr wird festgehalten, allerdings müsse man davon 10 Millionen Euro an negativen Währungseffekten wegrechnen, wie Konzernchef Heimo Scheuch am Mittwoch betonte. Anleger an der Wiener Börse reagierten verschreckt. Die Wienerberger-Aktie verlor 7,7 Prozent auf 13,8 Euro und hielt damit die rote Laterne im Leitindex ATX.

Positive Signale von der britischen Regierung


Für das laufende Jahr erwartet Scheuch, dass der Wohnungsneubau in Großbritannien um fünf Prozent schrumpft. Mit einem tiefen Einbruch in Großbritannien - einer der wichtigsten Märkte der Österreicher - rechnet er aber nicht. "Man hat sich mit diesem Referendum-Ergebnis angefreundet, und es ist, was die Bautätigkeit betrifft, wieder Ruhe eingekehrt", sagte der Wienerberger-Chef. So sei die Geschäftsentwicklung in Großbritannien im Juli "durchaus auf Vorjahresniveau" gelegen. Zudem gebe es positive Signale von der englischen Regierung, dass der Wohnungsneubau in den nächsten Jahren stark forciert werden solle.

Die Wienerberger-Ziegelwerke liegen vor allem in der Mitte Englands rund um Birmingham. Werksschließungen seien weder in Großbritannien noch in anderen Ländern geplant, sagte Scheuch. Der Wienerberger-Konzern hat derzeit rund 200 Fabriken in 30 Ländern und ist weltweit der größte Ziegelproduzent.

Im ersten Halbjahr 2016 hat Wienerberger seinen Umsatz bei rund 1,47 Milliarden Euro stabil gehalten. Das operative Konzern-Ebitda lag mit 178,3 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahresniveau.

Geringere Erträge aus Liegenschaftsverkauf


Darin sind mit 4,3 Millionen Euro (Vorjahr: 15,0 Millionen Euro) deutlich geringere Erträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften und negative Währungseffekte von 5,4 Millionen Euro enthalten.

Scheuch geht davon aus, dass sich die sehr unterschiedlichen Entwicklungen im Wohnungsneubau sowie im Renovierungs- und Infrastrukturbereich im weiteren Jahresverlauf fortsetzen werden. Dennoch bleibe das Ziel für das Gesamtjahr 2016 aufrecht.