Linz/Wien. Bis 2020 will die Voestalpine ihren Umsatz in der Nafta-Region (USA, Kanada, Mexiko) von zuletzt 1,2 auf 3 Milliarden Euro hebeln. Ein neuer, für die Autozuliefersparte bestimmter Großauftrag in den Vereinigten Staaten im Wert von 500 Millionen Dollar, umgerechnet gut 443 Millionen Euro, sorgt nun für den nächsten Wachstumsschub. Seinem mittelfristigen Umsatzziel sieht sich der börsenotierte Linzer Stahltechnologiekonzern damit einen weiteren Schritt näher gekommen, wie er am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Der jetzige Großauftrag stammt von einem deutschen Premium-Autohersteller, dessen Produktion in den USA beliefert werden soll. Aus Wettbewerbsgründen gibt die Voestalpine den Namen des Kunden nicht preis. Es kann sich jedoch nur um BMW oder Mercedes-Benz handeln. Beide Konzerne verfügen in den USA über ein riesiges Werk: BMW in Spartanburg (South Carolina) und Mercedes-Benz in Tuscaloosa (Alabama). Und in deren Umfeld haben sich eine Reihe von Zulieferer angesiedelt - auch die Voestalpine. Dem Vernehmen nach soll der Auftraggeber Mercedes-Benz sein.

400 neue Jobs für die USA


Um den Großauftrag umsetzen zu können, wollen die Linzer insgesamt mehr als 60 Millionen Dollar in zwei US-Standorte investieren und dort bis 2020 in Summe mehr als 400 Arbeitsplätze schaffen. Mit 50 Millionen Dollar soll das Gros der Investitionen in den Ausbau des noch jungen Autoteile-Werks in Cartersville (Georgia) fließen. Daneben sind weitere 11 Millionen Dollar für einen neuen Automotive-Standort in Birmingham (Alabama) vorgesehen.

Bei Birmingham hat die Voestalpine in unmittelbarer Nähe bereits zwei Standorte, wo Weichen produziert werden. Ab dem ersten Quartal 2017 soll dort eine bestehende Halle mit automatisierten Anlagen für die Produktion von Autoteilen bestückt werden. Der Produktionsstart ist für den September 2017 geplant. Birmingham soll künftig "ergänzender Produktionshub für Cartersville" sein.

Dritte Ausbaustufe geplant


Was das Werk in Cartersville betrifft, haben die Voestler ihre erste Produktionsstätte für höchstfeste Leichtbau-Karosserieteile in der Nafta-Region seit der Eröffnung 2014 laufend erweitert. Mit Abschluss der zweiten Ausbaustufe 2017 werden dort 220 Mitarbeiter beschäftigt sein. Aufgrund des aktuellen Auftrags nimmt die Voestalpine eine dritte Erweiterung ins Visier: Bis 2018 will sie dort ihre PHS-Technologie (presshärtender Stahl) weiter ausrollen und neue Pressen- und Assembly-Anlagen für Autoteile aufstellen. Bis 2020 soll der Umsatz des Werks in Cartersville auf rund 200 Millionen Dollar klettern.