Wien. Der langjährige Vorstandschef der Creditanstalt (CA), Guido Schmidt-Chiari, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Dies berichteten am Montag "Kurier" und "ORF-ZiB" unter Berufung auf die Familie. Schmidt-Chiari war ab 1958 - nach Auslandstätigkeiten für heimische Industrieunternehmen in Übersee und ersten Jahren als Banker in New York - für die Wiener Creditanstalt (CA) tätig, die später dann in der Bank Austria (respektive Unicredit) aufgegangen ist.

Guido Nikolaus Schmidt-Chiari wurde am 13. September 1932 in Wien geboren und wuchs in Vorarlberg auf. 1956 schloss er das Jus-Studium an der Universität Wien ab. Zwei Jahre später trat der Vater von sechs Kindern nach ersten Erfahrungen als Banker in den USA in die CA ein. Dort wurde er 1971 in den Vorstand berufen und zehn Jahre später zum Vize-Chef ernannt. 1988 avancierte er als Nachfolger von Ex-Finanzminister Hannes Androsch zum Vorstandsvorsitzenden der damals noch maßgeblich staatlichen Bank. Zu dieser Zeit vergrößerte die CA gerade ihren Aktionsradius in Osteuropa.

Nach seiner aktiven Bankertätigkeit war der großbürgerliche Finanzmanager als Berater tätig - wie bereits Jahrzehnte davor unter anderem für die Industriellenfamilie Turnauer. Schmidt-Chiari hatte über Jahrzehnte etliche Aufsichtsratsmandate in heimischen Industrieunternehmen inne und war Träger hoher Auszeichnungen.

Den Großteil seiner Funktionsperiode als Chef der CA kämpfte Schmidt-Chiari um die Eigenständigkeit des von ihm geführten Instituts. "Das ist meine Bank" - diesen Belegschaftsslogan trug Schmidt-Chiari bei Protestaktionen mit, als sich die rote Bank Austria 1997 zur Übernahme der schwarzen CA aufmachte. Aus einer nervenzermürbenden Übernahmeschlacht ging letztlich die Bank Austria "haushoch" als Sieger hervor. Die CA wurde damit zu einer Tochter der Bank Austria. Die ging dann zur Jahrtausendwende in der deutschen Hypovereinsbank auf und diese wieder 2005 in der Mailänder Großbank Unicredit.

Als CA-Chef trat Schmidt-Chiari am 29. April 1997 im Zuge der Übernahme durch die Bank Austria zurück. Es war der Abschied des "Flaggenträgers" einer unabhängigen Creditanstalt, die viele Jahre als "monetäre Visitenkarte Österreichs" (Androsch) galt. Zu seinen größten Erfolgen der Bank zählte Schmidt-Chiari die rasch und erfolgreich aufgebaute Präsenz der CA in den Reformländern, als der "Eiserne Vorhang" fiel. Schmerzlich hingegen waren teure Kreditengagements Anfang der 1990er Jahre.