Wien. (kle/apa) Franz Gasselsberger, Vorstandschef der Oberbank, geht mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hart ins Gericht. Zunehmend werde diese zu einem Problem und bringe sowohl Sparer als auch Banken, Versicherer und Pensionskassen in Bedrängnis. Notwendig sei ein besseres Zusammenspiel zwischen EZB und Politik, betonte Gasselsberger am Dienstag in der Halbjahrespressekonferenz "seines" Hauses in Wien.

Eine weitere "unterschätzte Gefahr" für die Bankenbranche sind in seinen Augen die geplanten schärferen Eigenkapitalvorschriften "Basel IV". "Das schadet Kreditnehmern und Banken. Der Zug fährt sehr schnell", so der Manager. Vielmehr sollte evaluiert werden, was "Basel III" mit sich bringe, so sein Appell an die Politik.

Die Oberbank selbst plant noch heuer, ihre Eigenkapitalquote mittels Kapitalerhöhung auf bis zu 15,5 Prozent anzuheben. Das erste Halbjahr hat das börsennotierte Linzer Kreditinstitut eigenen Angaben zufolge mit einem Rekordergebnis abgeschlossen: Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode stieg der Nettogewinn um fünf Prozent auf 87,9 Millionen Euro.