Flamenco ist ein Lebensgefühl, das immer mehr Touristen aus dem Ausland spüren wollen. fotolia/ChiccoDodiFC.
Flamenco ist ein Lebensgefühl, das immer mehr Touristen aus dem Ausland spüren wollen. fotolia/ChiccoDodiFC.

Wien. Die Urlaubslust der Österreicher ist ungebrochen, bei der Auswahl der Destination wird allerdings verstärkt auf den Aspekt Sicherheit geachtet. "72 Prozent wählen ihr Urlaubsland danach aus, wie sicher es ist - die Reiseströme haben sich dieses Jahr verschoben", betonte Ruefa-Geschäftsführer Walter Krahl am Freitag vor Journalisten unter Verweis auf eine Gallup-Umfrage. Die Türkei wird tendenziell auch 2017 gemieden.

Dafür dürfte es erneut zu einem "Run" auf Zielländer wie Spanien, Italien und Kroatien kommen, die schon heuer die gefragtesten Alternativen für die Türkei waren. Reiseanbieter wie etwa Ruefa haben für den Winter und den kommenden Sommer ihre Kapazitäten dort entsprechend aufgestockt. Doch nicht nur die österreichischen Touristen wollen dorthin, der Nachfrage-Boom herrscht auch unter den Urlaubern aus anderen Ländern.

Hotelpreise in Spanien
deutlich gestiegen


Das wirkt sich 2017 auch auf die Preise aus: "In Spanien sind die Hotelpreise um acht bis zehn Prozent gestiegen, die Flugpreise haben sich aber nur moderat erhöht, sodass sich eine Teuerung von 4,5 bis 5 Prozent ergibt", sagte Helga Freund, Vorstand beim Tourismuskonzern Verkehrsbüro, zu dem die Ruefa-Reisebüros und die Austria Trend Hotels gehören.

Urlaub in Kroatien und Italien wird bei der größten österreichischen Reisebürokette Ruefa um etwa zwei bis vier Prozent teurer, die Preise für die Türkei bleiben (vorerst) unverändert. Auch in die Sommerbuchungssaison 2016 war man mit Türkei-Urlaubsraten auf Vorjahresniveau gestartet, am Ende der Saison wurden dann mangels Nachfrage aber Abschläge bis zu 40 Prozent gewährt.

Der vergangene Sommer bescherte Ruefa Umsatzeinbrüche von 58,2 Prozent in der Türkei und von 63,2 Prozent in Ägypten. Im Sommer 2015 hatte die Türkei noch zu den Top-3-Destinationen bei Ruefa gehört - mit einem Umsatzanteil von 12,3 Prozent. Heuer sind es nur 3,9 Prozent. Jetzt rangiert das Land nur noch an sechster Stelle.

Dafür legte im Sommer 2016 beim Umsatz Spanien - auf bereits hohem Niveau - nochmals um 6 Prozent zu, in Kroatien betrug das Plus 5,4 Prozent und in Portugal 32,7 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch die Niederlande (plus 14,6 Prozent) und Bulgarien (plus 66 Prozent). Die fünf am stärksten gebuchten Zielländer bei Ruefa waren Spanien (mit einem Umsatzanteil von 17,1 Prozent), Griechenland (16,5 Prozent), Italien (9,4 Prozent), die USA (5,9 Prozent) und Kroatien (4,8 Prozent).

Reiseanbieter suchen
neue Destinationen


Nach Spanien und Italien will zurzeit jeder - da wird es auch unter den Reiseanbietern mit dem Aufstocken der Kapazitäten eng. Sie versuchen daher auch, neue Destinationen auszubauen. Ruefa setzt dabei etwa auf die Ostsee, Fernreisen und Kreuzfahrten. In Österreich gehen zwar erst rund 130.000 Urlauber auf diese Art auf Reisen, doch die Nachfrage nimmt rasant zu. "Wegen der Verschiebungen der Reiseströme aufgrund der geopolitischen Verwerfungen erwarten wir hier im heurigen Winter und im Sommer 2017 ein sehr starkes Plus", sagt Ruefa-Geschäftsführer Krahl. Die Buchungsumsätze bei Kreuzfahren hätten gegenüber der Vergleichsperiode 2015 bisher jedenfalls um rund 13 Prozent überproportional zugenommen.