Wien. Die Österreichische Post hat sich noch immer nicht mit der türkischen Pakettochter Aras Kargo auf eine Aufstockung der Anteile geeinigt. Die türkische Mehrheitseigentümerin Evrim Aras will nicht, wie geplant, 50 Prozent an die Post verkaufen, sondern von der Post die 25 Prozent zurückkaufen, die die Österreicher vor drei Jahren erworben haben.

Pölzl: "Sehr komplexes Umfeld"


In einer Presseaussendung hielt die Unternehmerin unter anderem fest: "Wir werden nicht zulassen, dass der Wert des Unternehmens zerstört wird. Unserer Kultur sind solche Manipulationen zuwider, und das wird auch weiterhin so sein." Aras wirft der Post vor, versprochene Investitionen nicht getätigt zu haben und die Kultur des Unternehmens nicht zu verstehen.

Pölzl sprach von einem "sehr komplexen Umfeld", ein Schiedsgerichtsverfahren habe man noch nicht eingeleitet.

Auf Post-Kunden warten in den nächsten Wochen mehrere Neuerungen. Mit 1. Jänner 2017 startet die Post, wie angekündigt, mit einer "Verpackungsreform". Ab dann gibt es nur noch drei Größen: Brief, Päckchen und Paket. Ab 14. November ist die "Flexibox" erhältlich. Diese Blechbox wird mittels schnittsicherem Gurt an der Wohnungstür befestigt und vor die Tür gestellt, damit der Zusteller die Pakete sicher ablegen kann. Geöffnet wird mittels eines Chips vergleichbar mit der Postempfangsbox.

In einem Rückblick auf die ersten neun Monate dieses Jahres zog Post-Chef Georg Pölzl eine ernüchternde Bilanz über den heimischen Onlinehandel. 60 Prozent der im Internet bestellten Waren kämen aus dem Ausland, Tendenz steigend. Es fehle beim heimischen Angebot an Sortimentsvielfalt und konkurrenzfähigen Preisen. Der Online-Marktplatz shöpping.at der Österreichischen Post wird am 23. November mit einem "Betatest" mit Friendly Usern gestartet.

Von Jänner bis September dieses Jahres hat die Post ein stabiles Ergebnis erzielt. Das Betriebsergebnis (Ebit) des teilstaatlichen Unternehmens blieb mit 135,5 Millionen Euro auf dem Vorjahreswert. Der Umsatz gab um 13,5 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro nach, wobei hier auch der Verkauf der verlustträchtigen deutschen Logistiktochter trans-o-flex eingerechnet ist.