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Wien. In Zeiten von Bankomatgebühren, Negativzinsen und einem Schwund an Bankfilialen stellen sich Kunden zunehmend die Frage, wie die Zukunft der Geldgeschäfte aussehen wird. Braucht man noch Banken? Fix ist, zumindest derzeit: Um geschäftsfähig zu sein, braucht man ein Konto. Alles andere wird die Geschichte zeigen.

Ein Modell einer Welt ohne Banken im klassischen Sinn sind sogenannte virtuelle Währungen, auch Krypto-Währungen. Diese werden wie klassische Rohstoffe abgebaut, allerdings weniger schmutzig und bequem vor dem Computer - im Fachjargon nennt sich dies "Mining". Der Abbau erfolgt durch die Lösung aufwendiger Rechenaufgaben am Computer. Vor allem der Einsatz von Rechnerkapazitäten und Zeit machen diese "Währungen" rar und daher auch wertvoll. Der bekannteste Vertreter dieser neuen Bezahleinheiten nennt sich "Bitcoin" und ist seit geraumer Zeit ein Begriff.

Oft betrügerische Schneeballsysteme dahinter


Für die Verfechter eine großartige Möglichkeit, ohne Banken zu handeln, anonyme Transaktionen abzuschließen und einen "freien" Welthandel aufzubauen. Für die Kritiker eine unkontrollierbare, hochspekulative Währung, die am Schwarzmarkt genutzt wird und in letzter Zeit nur mehr in Zusammenhang mit virtuellen Raubzügen genannt wurde.

Zu den natürlichen Feinden der neuen Krypto-Währungen gehören vorangig Banken und Finanzaufsichten, aber auch Behörden und die Gesetzgebung. Ein unkontrollierbarer Markt, der mit virtueller Währung, die aber echten Geldwert besitzt, spielt, investiert oder auch Illegales finanziert, kann auf Dauer nicht schalten und walten, wie er will, heißt es. Am Montag hat sich nun auch die Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) zu Wort gemeldet und massiv vor Betrug mit virtuellen Währungen gewarnt: Solche Angebote und Anlagemodelle seien nicht reguliert und nicht beaufsichtigt. Sie seien besonders anfällig, für Betrügereien missbraucht zu werden, schrieben die österreichischen Aufseher.

Die Konsumenten sollten außerdem vor Investments in Geschäfte, die auf virtuellen Währungen aufbauten, auf der Hut sein. Dahinter würden sich oft betrügerische Schneeballsysteme verbergen - in der Regel über grenzüberschreitende Angebote.

Werden der FMA Fälle bekannt, die eine Straftat vermuten lassen, zeige sie diese beim Staatsanwalt an, hieß es. Eine rechtliche Beurteilung, ob mit solchen Geschäftsmodellen eine Straftat vorliegt, falle nicht in die Zuständigkeit der FMA selbst, sondern in die der Staatsanwaltschaft und der Strafgerichte. Vor Geschäftsaufnahmen empfehle sich daher jedenfalls eine Recherche im Internet, ob für jeweilige Anbieter schon Warnmeldungen veröffentlicht sind.