Arbeitslosigkeit
noch nicht am Höhepunkt


Zum erwarteten Wirtschaftswachstum für die Jahre 2016 bis 2019 meinte Nowotny, dass Österreich zwar auf einem guten Pfad sei, den man allerdings auch mit Vorsicht betrachten müsse. So sei etwa die künftige Wirtschaftspolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump noch unklar.

Getragen sieht die OeNB den Konjunkturaufschwung in Österreich von der anziehenden Nachfrage im Inland. Firmen investierten mehr (in Anlagen und Maschinen). Gleichzeitig steige bei den privaten Haushalten der Konsum, weil dort nach der Steuerreform höhere Realeinkommen verfügbar seien.

OeNB-Chefökonomin Doris Ritzberger-Grünwald sieht die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Steuerreform "in der Konsumneigung allerdings noch nicht ganz angekommen". Mit positiven Effekten für das BIP-Wachstum rechnet sie daher auch für 2017, nachdem die Sparquote heuer mit 8,9 Prozent auf einen langfristigen Höchststand geklettert ist.

Die Exporte, in der Vergangenheit wichtigster Treiber der heimischen Konjunktur, dürften heuer mit 2,3 Prozent etwas schwächer wachsen als im Vorjahr. 2017 sollte sich ihr Wachstum jedoch auf 3,5 Prozent beschleunigen und damit über dem für den Welthandel erwarteten Zuwachs von 3,2 Prozent liegen.

Zur Beschäftigungssituation erklärte Ritzberger-Grünwald, dass die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zugenommen habe. "Und das ist die wirklich gute Nachricht." Demnach entstünden nicht mehr nur Teilzeit-, sondern zunehmend auch Vollzeitstellen. Da jedoch das Arbeitskräfteangebot stärker zulege als die Zahl derneuen Jobs, werde die Arbeitslosigkeit noch steigen - laut Ritzberger-Grünwald auf 6,3 Prozent im kommenden Jahr. Das stärkste Kontingent der zusätzlichen Arbeitskräfte stellen ältere Arbeitnehmer und Migranten.