Wien. (ede/apa) Die Eigentümer der teilstaatlichen Casinos Austria haben am Mittwoch den Weg für den Einstieg des Erzrivalen Novomatic, zu dem auch die Österreichischen Lotterien gehören, frei gemacht. Wie am Mittwochnachmittag bekanntgegeben wurde, überträgt die MTB Privatstiftung von Maria Theresia Bablik ihren 17,2-prozentigen Casinos-Anteil an den niederösterreichischen Glücksspielkonzern.

Die Privatstiftung hatte eine außerordentliche Hauptversammlung beantragt, um die Genehmigung der Aktionäre zur Übertragung ihrer Casinos-Aktien an Novomatic zu erwirken. Die Aktionäre hatten der Übertragung bereits in einer Hauptversammlung am 5. Oktober 2015 zugestimmt, allerdings nur unter aufschiebenden Bedingungen, unter anderem der Erfüllung regulatorischer und fusionskontrollrechtlicher Voraussetzungen. Im Laufe der vergangenen Monate seien diese Bedingungen sukzessive abgearbeitet worden, und die außerordentliche Hauptversammlung der Casinos habe nun den Anteilserwerb genehmigt, teilte die Casinos Austria AG mit.

Novomatic habe vorsorglich ihre indirekte Beteiligung von 23,11 Prozent an den Österreichischen Lotterien halbiert und Anteile in der Höhe von (indirekt) 11,56 Prozent an die zur tschechischen Sazka Group gehörenden Austrian Gaming Holding a.s. abgetreten. Novomatic bleibt somit weiter mit einem Anteil von unter 25 Prozent beteiligt. Derzeit hält das Unternehmen 24,9 Prozent an den Lotterien, die zu 68 Prozent den Casinos gehören, darf aber maximal 25 Prozent besitzen. Mit dem Erwerb des Bablik-Casinos-Pakets würde Novomatic wettbewerbsrechtlich durchgerechnet auf zu viele Lotterien-Anteile kommen, daher die Halbierung der Beteiligung. Hinter der Sazka-Gruppe stehen die tschechischen Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc.

Novomatic hatte im Juni 2015 überraschend die knapp 8-prozentige Lotterien-Beteiligung der der B&C-Gruppe übernommen und kam wenig später mit dem Kauf der Lotterien-Anteile von Erste Bank, Bawag P.S.K. und immigon (ÖVAG Bad Bank) auf 18 Prozent. Dann sicherte sich Novomatic sukzessive Anteile an den Casinos und hielt auf dem Papier durchgerechnet schon rund 40 Prozent.

Vorstandsagenden vertagt

Mit den Tschechen lieferte sich das in Gumpoldskirchen ansässige Unternehmen lange einen Bieterkampf um die Macht bei den Casinos. Zu Jahresbeginn einigten sie sich schließlich, gemeinsam vorgehen zu wollen.

Die Zukunft von Casinos-Austria-Konzernchef Karl Stoss und seinem Vorstandskollegen Dietmar Hoscher ist nach dem Eigentümerwechsel weiter ungewiss. Die Verträge der beiden Manager laufen Ende 2017 aus. Über die Verlängerung will Casinos-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner aber erst im März 2017 entscheiden. Stoss hat mehrmals betont, dass er gerne Casinos-Chef bleiben würde.