Wien. Rankings, die unternehmerische Stimmung und die Ansiedlung internationaler Betriebe in Österreich zeigen laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) eine einheitliche Tendenz: nach oben. "Der Standort Österreich ist im Aufwind", sagte Mitterlehner am Mittwoch. Im Vorjahr hätten sich so viele internationale Betriebe in Österreich angesiedelt wie noch nie. Mit 319 neuen Betrieben, die eine Steigerung von mehr als sieben Prozent gegenüber 2015 bedeuten, "haben wir erstmals die Schallmauer von 300 Ansiedlungen durchbrochen".

Das korrespondiert mit den in der Vorwoche präsentierten Umfragedaten des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), wonach die unternehmerische Stimmung im Land seit Jahren steigt. Auch in internationalen Rankings rutscht Österreich laut Mitterlehner wieder nach vorne. Das World Economic Forum etwa listete Österreich bei der Wettbewerbsfähigkeit 2015 bis 2016 an der 23. Stelle von 140. Die Unsicherheiten durch geopolitische Ereignisse wie Brexit, die künftige Politik in den USA, die neue Regierung in Italien oder der ungelöste Syrienkonflikt scheinen dem konjunkturellen Aufwind nichts anhaben zu können, heißt es von Mitterlehner und Wifo.

Drehscheibenfunktion in Richtung Osteuropa


Ganz im Gegenteil. "Es gibt die besten Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftskrise, die sich seit 2009 gehalten hat, nun überwunden ist", sagte Mitterlehner. Mit dem Plus an Ansiedlungen internationaler Betriebe habe sich auch die Investitionssumme erhöht - und zwar um 42 Prozent auf 705 Millionen Euro. Insgesamt seien 2622 neue Jobs geschaffen worden. Der stärkste Bereich war laut Mitterlehner die IT- und Telekommunikationsbranche. "Viele Unternehmen, die sich bei uns ansiedeln, schätzen die Drehscheibenfunktion in Richtung Ost- und Südosteuropa", sagte Mitterlehner.

Unternehmen aus Deutschland gehören mit einem Anteil von 36 Prozent an allen Ansiedlungen zu den stärksten Investoren. "116 deutsche Unternehmen kamen 2016 mit Unterstützung der ABA (die zum Wirtschaftsministerium ressortierende Betriebsansiedlungsagentur, Anm.) nach Österreich. Dies ist ein Zuwachs von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr", so ABA-Geschäftsführer René Siegl. Auch China, die Schweiz und Slowenien hätten sich stark entwickelt. CETC, eines von Chinas größten Technologieunternehmen im Bereich Energietechnik und Informationstechnologie, baut zum Beispiel in Graz seine Europazentrale auf. Der deutsche Maschinenbauer Bekum wiederum hat seinen Produktionsbereich mit Maschinenmontage, Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Lager nach Traismauer in Niederösterreich verlegt. Geschwächelt hätten hingegen Italien, Russland und Ungarn, sagte Siegl.