Wien. Wer mit Brennholz, Pellets, Fernwärme oder Sole-Wärmepumpen mit Erdsonde heizt, heizt umweltfreundlich - aber teuer. Heizen mit Erdgas, das nach Öl am umweltschädlichsten ist, bleibt bei einem Vergleich der Vollkosten indes am günstigsten, hieß es am Mittwoch von der Österreichischen Energieagentur. Vermutlich mit ein Grund, warum fast ein Viertel der Heizungen mit Erdgas betrieben wird und dieser Energieträger nach der Fernwärme am zweithäufigsten zur Anwendung kommt.

Die Österreichische Energieagentur hat die Heizkosten verglichen und dabei ein Einfamilienhaus mit 118 Quadratmeter Wohnfläche und neuer Heiztechnik betrachtet - einmal thermisch unsaniert, einmal saniert und einmal als Neubau. Betrachtet man dabei die Vollkosten - also Energiekosten und Investitionskosten inklusive Wartung und Instandhaltung -, schneidet Gas in allen Gebäudeklassen am besten ab.

Fernwärme hat
die höchsten Energiekosten


Die umweltfreundliche Sole-Wärmepumpe weist zwar die geringsten Energiekosten auf, hat aber die höchsten Investitionskosten und ist sowohl in sanierten als auch in unsanierten Gebäuden die teuerste Variante. Im Neubau ist es die Pelletheizung wegen der hohen Investitions- und Wartungskosten sowie eines schlechten Systemnutzungsgrades. Fernwärme ist bei den Energiekosten durchgehend am teuersten.

Konkret belaufen sich die Vollkosten bei einer Gasheizung in einem unsanierten Gebäude auf rund 4000 bis 4466 Euro pro Jahr. Nach einer Sanierung und in einem Neubau sind es um rund 1500 Euro weniger. Thermische Sanierungen scheinen sich also auszuzahlen: Die Energiekosten sinken um durchschnittlich 44 Prozent, und der CO2-Ausstoß verringert sich um 46 Prozent.

Apropos CO2-Ausstoß: Hier schneiden Öl- und Gasbrennwertsysteme am schlechtesten ab. Die teuren Heizsysteme mit Brennholz, Pellets, Fernwärme und Sole-Wärmepumpen am besten.

Er sei nicht wirklich glücklich über die Tatsache, dass erneuerbare Energien offenbar geringe Chancen gegen den Platzhirsch fossile Brennstoffe haben, sagte der Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur Peter Traupmann. Stehe doch die Forcierung der Erneuerbaren seit 40 Jahren in den Statuten.

Zu den österreichweiten Treibhausgasemissionen steuern die Heizungen laut Umweltministerium einen nicht unwesentlichen Anteil von zehn Prozent bei. Das entspricht rund acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Seit dem Jahr 1990 habe sich die Menge der heizungsbedingten Treibhausgasemissionen aber um fast 40 Prozent reduziert, heißt es aus dem Ministerium. Grund dafür sei vor allem der Einbau moderner Heizungssysteme mit geringerem CO2-Ausstoß.

Aktueller Verbrauch
um rund ein Fünftel höher


Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, sei vorrangiges Ziel, wie es heißt, "raus aus dem Öl" zu kommen. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte erst im November erneut dafür plädiert, Ölheizungen zu verbieten, die gemeinsam mit dem Flüssiggas noch in rund 17 Prozent der Haushalte als Energieträger dienen. Die Zuständigkeit liegt allerdings bei den Ländern. Niederösterreich hat bereits angekündigt, ab 2019 Ölheizungen in Neubauten zu verbieten.

Doch zurück zur aktuellen Heizperiode. Aufgrund der Kälte liege der Verbrauch derzeit um rund ein Fünftel höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sagte Traupmann. Man müsse aber bedenken, dass die vergangenen zwei Winter besonders warm gewesen seien. Betrachte man den Durchschnitt über mehrere Jahre, liege der Verbrauch nur geringfügig darüber. Und ein warmer Februar könne den Gesamtverbrauch noch drosseln.