Wien. (kle) Nach den Plänen der Bundesregierung soll die nächste Mobilfunkgeneration 5G bis 2020 in jeder Landeshauptstadt verfügbar sein. Die technischen Details des neuen Standards sind vorerst aber noch offen. Wann diese festgelegt werden, ist derzeit unklar. Wie bei der Bilanzvorlage der Telekom Austria am Dienstag betont wurde, seien jedenfalls noch viele Fragen zu klären. Finanzvorstand Siegfried Mayrhofer ist daher im Zweifel, dass 5G schon 2020 kommerziell genutzt werden kann.

Mayrhofer sagte, es gebe noch zwei Strömungen. Die einen wollen vor allem große Datenmenge schnell übertragen, während die anderen auf besonders rasche Reaktionszeiten setzen. Mayrhofer glaubt, dass es am Ende wohl ein Kompromiss zwischen beiden Eigenschaften sein wird. Danach gehe es darum, was die Frequenzen kosten und wie viele Sendemasten nötig werden. Grundsätzlich braucht 5G mehr Basisstationen, nach Schätzungen werden es vier Mal so viele sein wie für 4G (LTE), den Mobilfunkstandard der jetzigen vierten Generation. Diese zu bauen, bedeute freilich nicht nur hohe Kosten, sondern auch viel Bürokratie bei den Genehmigungen. Telekom-Chef Alejandro Plater appellierte deshalb an die Politik: "Wir brauchen eine Vereinfachung."

Kräftige Dividendenerhöhung


Für das abgelaufene Geschäftsjahr kündigte Plater am Dienstag eine deutlich höhere Dividende von 20 (nach 5) Cent je Aktie an. Unterm Strich fuhr die Telekom 2016 einen Gewinn von gut 413 Millionen Euro ein - ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Die Umsätze fielen mit 4,2 Milliarden Euro um 2,1 Prozent höher aus.

Wie es hieß, hätten das schrittweise Wegfallen der Roaming-Gebühren sowie Wechselkursveränderungen in Weißrussland das Ergebnis belastet. Dies, so Plater, sei aber mit höheren Dienstleistungserlösen und mit Kosteneinsparungen kompensiert worden.

Ab 15. Juni können Mobilfunkkunden EU-weit günstig telefonieren und Daten abfragen - ohne Roaming-Gebühren. 2017 wird das in Schritten erfolgende Roaming-Aus die Telekom laut Mayrhofer ungefähr ebenso viel kosten wie 2016 (38 Millionen Euro). Trotz dieses "Gegenwinds" soll der Konzernumsatz heuer um ein Prozent gesteigert werden.

Der Telekom-Konzern hat eigenen Angaben zufolge rund 18.000 Mitarbeiter und mehr als 24 Millionen Kunden in acht Ländern (neben Österreich sind dies Liechtenstein, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Mazedonien und Weißrussland).

An der Telekom hält der mexikanische Mobilfunk-Riese América Móvil 51 Prozent der Anteile, die österreichische Staatsholding Öbib ist mit 28,42 Prozent beteiligt. Der Rest ist in Streubesitz.