Wien. (kle) Noch vor wenigen Jahren defizitär und heftig gebeutelt, fliegt die Lufthansa-Tochter AUA mittlerweile nachhaltig in der Gewinnzone. Für 2016 hat die rot-weiß-rote Fluglinie am Donnerstag ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 65 Millionen Euro gemeldet. Dieses fiel damit um 20 Prozent höher aus als im Jahr davor. Profitiert hat die AUA vor allem von deutlich geringeren Treibstoffkosten, von einem günstigeren Mietvertrag am Flughafen Wien, ihrem Hub, von einem Anstieg der Passagierzahlen um fünf Prozent auf 11,4 Millionen und klarerweise auch von Effekten aus den Sparprogrammen der Vergangenheit.

Beim Umsatz legte die AUA im Vorjahr um gut zwei Prozent auf 2,153 Milliarden Euro zu. Begründet wird das Plus vor allem mit dem Ausbau des deutsch-österreichischen Nachbarschaftsverkehrs. Unter dem Strich hat die AUA im Vergleich zu 2015 um eine halbe Million mehr Fluggäste befördert. Ebenfalls erfreulich: Nach vielen Jahren des Personalabbaus hat die Airline fast 500 Mitarbeiter neu eingestellt - insbesondere Piloten und Flugbegleiter.

Unterdessen stellt sich die AUA für heuer - nach dem vierten operativen Gewinn in Folge - auf sinkende Profite ein. "Wir sehen etwas heftigeres Wetter auf uns zukommen", sagte Airline-Chef Kay Kratky bei der Bilanzvorlage.

2016 sei man weitgehend unter "Schönwetterbedingungen" unterwegs gewesen. Doch nun falle der Rückenwind durch billigen Sprit weg. Finanzchef Heinz Lachinger schätzt, dass für Treibstoff heuer wegen der anziehenden Preise um bis zu 40 Millionen Euro mehr zu zahlen sein wird. Mit Kosteneinsparungen in zweistelliger Millionenhöhe - wo, wird vorerst nicht gesagt - soll jetzt gegengesteuert werden. Ein weiterer Grund, warum das AUA-Management 2017 als "herausforderndes Jahr" sieht, sind laufende Investitionen in die Produktverbesserung sowie den Ausbau der Flotte. Als neue Destinationen wird die AUA heuer noch Los Angeles, Schiras (Iran), Göteborg und die Seychellen in den Flugplan aufnehmen.

Gedämpfter Konzernausblick


Auch die Lufthansa rechnet für 2017 angesichts höherer Spritkosten mit weniger Gewinn. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebit) dürfte leicht unter dem Wert des Vorjahres von 1,75 Milliarden Euro liegen, wie die deutsche AUA-Mutter am Donnerstag ankündigte. Für 2016 will die Kranich-Linie eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie zahlen.