Wien. (kle) Im Raiffeisen-Bankensektor beginnt heute, Samstag, eine neue Ära. Das bisherige Spitzeninstitut, die Raiffeisen Zentralbank (RZB), fusioniert mit ihrer Tochterbank RBI. Mit der Eintragung ins Firmenbuch wird der Zusammenschluss, der ein - für den Sektor belastendes - Kapitalproblem der RZB beseitigt, nun vollzogen. Das neue Institut heißt weiter Raiffeisen Bank International (RBI) und bleibt auch an der Wiener Börse notiert. Das Steuer des neuen Flaggschiffs übernimmt Johann Strobl, zuletzt Vizechef der alten RBI. Deren Chef, Karl Sevelda, geht nach vier Jahren an der Führungsspitze in Pension. Allerdings wird der ehemalige CA-Banker für die neue RBI als Berater tätig sein.

Den RBI-Aufsichtsrat leitet vorerst weiterhin der bisherige RZB-Chef Walter Rothensteiner. Bis zur Hauptversammlung im Juni bleibt er RBI-Präsident, dann übergibt er das Amt an Erwin Hameseder, den Aufsichtsratschef des größten Aktionärs, der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Dem Vernehmen nach soll Rothensteiner indes bis 2018 als Generalanwalt oberster Raiffeisen-Chef bleiben.

Landesbanken direkt beteiligt

Waren die Landesbanken bis dato indirekt - über die RZB - an der mit Osteuropa stark verflochtenen RBI beteiligt, so sind sie es nun direkt und mit gemeinsam 58,8 Prozent der Anteile auch weiterhin kontrollierend. Auf Basis eines neu gefassten Syndikatsvertrags haben sie sich verpflichtet, zumindest drei Jahre mindestens 50 Prozent an der RBI zu halten, danach sind 40 Prozent die neue Mindestschwelle.