Wien. (ede) Über 20 Anbieter, allen voran die drei Netzbetreiber A1 Telekom, T-Mobile Austria und Hutchison Drei Austria, sowie rund 160 Tarife: Wer hierzulande mit dem Handy telefonieren und/oder surfen will, hat eine immer größere Auswahl. 2015 waren es erst 17 Anbieter und 106 Tarife. Die Mobilfunker kämpfen intensiv um Kunden, und es zahlt sich aus, in einen neuen Tarif zu wechseln, stellte die Arbeiterkammer unlängst fest. 2016 wurden Surfen und Telefonieren für einen Durchschnittskunden um 23 Prozent und für einen Intensivnutzer um 25 Prozent billiger.

Mobilfunker Drei hat sich im wettbewerbsintensiven Umfeld des abgelaufenen Jahres gut geschlagen. Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 772 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 8 Prozent auf 342 Millionen Euro. Drei beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter und zählt 3,8 Millionen Kunden. CEO Jan Trionow freut sich über deren Treue. Die durchschnittliche Verweildauer sei seit dem Merger mit Orange im Jahr 2013 von 56 auf 85 Monate gestiegen, der Branchendurchschnitt liege bei 52 Monaten.

Datenvolumen mehr
als verdoppelt


Mehr als verdoppelt hat sich in Österreich das Drei-Datenvolumen auf monatlich über 43.000 Terabyte. Das entspricht zwei Drittel aller Daten, die in Österreich über Mobilfunknetze transportiert werden.

Drei, eine Tochter der CK Hutchison Holdings Limited (Hongkong) und Mitglied der 3Group Europe, verfügt mit 98 Prozent Netzabdeckung über das dichteste LTE-Netz des Landes. In ganz Österreich gibt es 6000 LTE-Sendestationen.

5G-Netze sollen LTE (4G) nochmals um Längen übertreffen, und Drei will Österreich zur 5G-Nation machen. Gemeinsam mit dem Mobilfunkausrüster ZTE hat Drei dafür in Wien ein europäisches Innovationszentrum in Wien-Floridsdorf eingerichtet. Erste Pre-5G-Tests wurden bereits durchgeführt und im Dezember 2016 abgeschlossen. Der 5G-Vollausbau soll 2020 starten.

Für Fairness bei Vergabe der nächsten Mobilfunkfrequenzen


Von der Politik fordert Trionow faire und wirtschaftlich tragbare Konditionen bei der Vergabe der nächsten Mobilfunkfrequenzen. "Wir hoffen, dass die Frequenzen diesmal zu vernünftigen Preisen vergeben werden", sagte er am Mittwoch vor Journalisten. Die Versteigerung von neuen Mobilfunkfrequenzen für LTE hatte im Jahr 2013 rund zwei Milliarden Euro in die Staatskasse gespült. Es war gemessen an der Einwohnerzahl die bis dahin teuerste LTE-Auktion in Europa. Drei hatte 330 Millionen Euro gezahlt, die Telekom Austria (A1) 1,03 Milliarden Euro und T-Mobile 654 Millionen Euro.