Wien. (apa/kle) Jetzt ist es offiziell: Die Schweizer Sastre Holding wird alle restlichen Aktien des Wiener Sektherstellers Schlumberger, die noch nicht in ihrem Besitz sind, übernehmen. In weiterer Folge soll das Traditionsunternehmen von der Wiener Börse genommen werden. Seit 1986 ist Schlumberger dort gelistet.

Die verbliebenen Schlumberger-Aktionäre haben noch drei Monate Zeit, ihre Anteilsscheine Sastre freiwillig anzudienen. Danach werde die Hauptversammlung den "Squeeze-out" beschließen, kündigte Sastre am Donnerstag an.

Beim sogenannten Squeeze-out handelt es sich um den zwangsweisen Ausschluss von Minderheitsaktionären aus einer Aktiengesellschaft durch den Mehrheitsaktionär. In Österreich ist das Hinausdrängen von Minderheitsaktionären nach der geltenden Gesetzeslage dann möglich, wenn der Mehrheitsaktionär einer Aktiengesellschaft dort mehr als 90 Prozent der Anteile hält.

Produktion nach Bad Vöslau?


Die Sastre Holding hatte im Dezember ein Angebot gelegt, alle verbliebenen Schlumberger-Aktien zu kaufen. Geboten wurden 26 Euro je Stamm- und 18,5 Euro je Vorzugsaktie - jeweils samt Dividende für das Jahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt hielt die Holding 87,09 Prozent der Schlumberger-Aktien. Das Angebot läuft zwar noch. Inzwischen hält Sastre aber schon 91,57 Prozent am gesamten Grundkapital und 97,37 Prozent am stimmberechtigten Grundkapital, wie aus einer Schlumberger-Aussendung hervorgeht.

Unterdessen erwägt Schlumberger, den Produktionsstandort in Wien-Heiligenstadt aufzugeben und an den Standort in Bad Vöslau (Niederösterreich) zu verlegen. Man produziere derzeit an zwei Standorten, was aus Sicht des Unternehmens nicht mehr ökologisch und ökonomisch sei, erklärte ein Firmensprecher. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge durchschnittlich rund 219 Mitarbeiter - inklusive seiner Töchter in Österreich, Deutschland und den Niederlanden.