Wien. (apa/kle) Österreichs Molkereien sehen die Milchkrise 2015/2016 überwunden und orten seit Herbst aufgrund der Milchmengenreduktion einen Aufwärtstrend. Infolge der tiefen Milchpreise sank der Umsatz der zwei größten heimischen Molkereien, Berglandmilch und NÖM. Auch andere Molkereien hatten gegen Umsatzrückgänge zu kämpfen. Der Milchpulvererzeuger Prolactal steigerte seinen Umsatz hingegen um zwei Drittel.

Die Zahl der Milchbauern ging 2016 um rund drei Prozent auf 28.500 zurück, damit haben rund 900 Milchbauern aufgehört. Im Jahr vor dem EU-Beitritt, 1994, gab es noch fast 82.000 Milchbauern in Österreich. "Der Strukturwandel wird weitergehen", erwartet Kärntnermilch-Chef Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter.

"2016 war für die österreichische Milchwirtschaft ein sehr schwieriges Jahr", zog Petschar am Dienstag Bilanz. Im ersten Halbjahr sei der europäische Milchmarkt noch von den anhaltenden Folgen des Russland-Embargos, der Mehranlieferungen aufgrund der Abschaffung der Milchquoten in der EU und der verhaltenen Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten in einer "tiefen Krise" gewesen. Inzwischen jedoch hat sich die Lage am Milchmarkt seit dem Preistief im Sommer 2016 etwas entspannt.