Wien. (kle) Seit langem sind die arabischen Länder wichtige Kunden des Feuerwehrausrüsters Rosenbauer. Doch im Vorjahr haben sie sich mit Aufträgen weitgehend zurückgehalten. Der Grund: Viele dieser Länder sind stark vom Ölpreis abhängig, haben wegen des tiefen Niveaus geringere Einnahmen, und dies wiederum schmälert die staatlichen Feuerwehrbudgets. In Summe setzte Rosenbauer 2016 im Nahen und Mittleren Osten fast 100 Millionen Euro weniger um, was zur Folge hatte, dass am Stammsitz in Leonding (Großraum Linz) 130 Mitarbeiter gehen mussten.

Wie es am Dienstag in der Bilanzpressekonferenz in Wien hieß, gebe es im laufenden Jahr wenig Aussichten auf eine Verbesserung der Marktsituation in der Region. Jedenfalls sei das Werk II in Leonding nicht zur Gänze ausgelastet. "Statt 120 werden wir dort heuer nur 100 Fahrzeuge bauen", kündigte Firmenchef Dieter Siegel an. Einen weiteren Stellenabbau werde es "aus heutiger Sicht" jedoch nicht geben.

Per saldo mehr Jobs

Am Hauptstandort in Leonding beschäftigte Rosenbauer zuletzt rund 1150 Mitarbeiter. Der jüngste Abbau von 130 Arbeitskräften (davon die Hälfte Leiharbeiter) entsprach einer Reduktion um etwa ein Zehntel.

Indes hatte der in mehr als 100 Ländern weltweit tätige Konzern per Ende 2016 insgesamt knapp 3400 Mitarbeiter - und damit um rund 300 mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem in Deutschland und den USA hat Rosenbauer zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

Der Grund waren gute Geschäfte (auch in der Türkei), die unter dem Strich die Einbußen im arabischen Raum (primär Saudi-Arabien) mehr als wettmachen konnten. Und das war auch der Grund, warum der Konzernumsatz 2016 mit 870,8 Millionen Euro leicht höher ausfiel als 2015 (865,4 Millionen Euro).

Beim Ergebnis hinterließen die Einbußen in Saudi-Arabien freilich Spuren. So sank der Nettogewinn von 36,8 auf 34,6 Millionen Euro. Um das Unternehmen nicht zu belasten, soll nun auch die Dividende gekürzt werden - um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie.

Für das laufende Jahr geht das Rosenbauer-Management von einer ähnlichen Geschäftsentwicklung wie 2016 aus. Umsatz und Ergebnis werden auf stabilem Niveau erwartet.