Wien. (ede/apa) Bei der österreichischen Sparkassengruppe (Sparkassen und Erste Bank) hat sich 2016 das Volumen an neu vergebenen Krediten um 18,3 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro erhöht. Die Zahl der Neukunden stieg um 20 Prozent auf 235.000, berichtete Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Österreich, am Donnerstag in einem Pressegespräch.

In der Bilanz 2016 standen Krediten an Kunden in Höhe von 71 Milliarden Euro (plus 3,3 Prozent) Einlagen von 71,7 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent) gegenüber. Auf Girokonten lagen 42 Milliarden Euro (plus 11 Prozent), während die Spareinlagen mit vereinbarter Laufzeit um 2 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro zurückgingen.

Einerseits lassen viele Kunden ihr Geld auf dem Konto liegen, weil sie keine wesentliche Zinsdifferenz zu Sparprodukten sehen, erläuterte der Präsident des Sparkassenverbandes, Gerhard Fabisch. Andererseits würden Kunden bei auslaufenden Wertpapieren das Geld am Verrechnungskonto lassen und länger über eventuelle weitere Veranlagungen nachdenken. Der Wunsch von Dörfler und Fabisch an die Europäische Zentralbank (EZB) nach einer moderaten Zinsanhebung wird laut den institutseigenen Prognosen heuer wohl nicht erfüllt werden. Für 2018 wird dann ein Zinsschritt in Europa erwartet. Dabei werde sich die europäische Zinspolitik auch an der US-Leitzinsentwicklung orientieren, hofft man.

Das Jahresergebnis 2016 der Sparkassengruppe war durch die Bankensteuer-Abschlagszahlung belastet. Das Betriebsergebnis sank um 6,2 Prozent auf 814,8 Millionen Euro. "In Anbetracht der Aufwände zur Erfüllung der vorgeschriebenen Regularien haben wir ein äußerst erfolgreiches Jahr hinter uns gebracht", betonte Dörfler.