Wien/Linz. (apa/kle) Bei Raiffeisen in Oberösterreich ist es 2016 zu weiteren Fusionen regionaler Banken gekommen. Damit schrumpfte die Zahl der Raiffeisenbanken in dem Bundesland um neun auf 85. "Es wird weiter nach unten gehen", sagte Heinrich Schaller, Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), Montagabend in der Bilanzpressekonferenz. Weniger stark geschrumpft ist 2016 jedoch die Zahl der Filialen - und zwar nur um zwei auf 440. Aktuell hat Raiffeisen 437 Bankstellen in Oberösterreich.

Im Vorjahr erfolgte in dem Bundesland eine der größten regionalen Bankfusionen seit langem. Da schlossen sich sieben Raiffeisenbanken - Kremsmünster, Micheldorf, Molln, Pettenbach, Schlierbach, Nußbach und Ried/Traunkreis - zur Raiffeisenbank Region Kirchdorf zusammen. Weitere Fusionen gab es 2016 in Steyr, Enns und Gunskirchen.

Wie es bei Raiffeisen überregional weitergeht, lässt Schaller indes offen. Auf Fragen, ob auf Landesbanken-Ebene Kooperationen ausreichten oder ob da nicht auch fusioniert werden könnte, meinte der Banker, er schließe Fusionen bei Landesbanken nicht aus, "ohne dass mir derzeit irgendetwas bekannt wäre". Für sein Haus, die RLB OÖ, schloss Schaller "für die nächsten Jahre" aus, dass es eine Fusion mit der Raiffeisenbank International (RBI) geben wird: "Im Kundengeschäft hat es Vorteile, wenn man regional stark verankert ist. Diesen Vorteil wollen wir uns nicht nehmen."

RLB OÖ mit Gewinneinbruch

Als im heurigen März die börsennotierte RBI mit dem bisherigen Raiffeisen-Spitzeninstitut RZB fusionierte, hat der neue RBI-Chef Johann Strobl ein baldiges Ende der dividendenlosen Zeit versprochen. "Für 2017 erwarte ich mir eine Dividende von der RBI", deponierte Schaller. Die RBI ist die größte Beteiligung der RLB OÖ. Bis zur RBI/RZB-Fusion waren es 14,64 Prozent, die die Linzer an der RZB gehalten hatten. An der fusionierten RBI sind es jetzt 9,5 Prozent. Auch die Hypos in Oberösterreich und Salzburg gehören zu den prominenten Bankbeteiligungen der RLB.

Von ihrem seit vier Jahren und noch bis 2020 laufenden Effizienzprogramm hat die RLB OÖ mit den Primärbanken bisher 40 Prozent umgesetzt. Wegen der Struktur gebe es hohe Personalkosten, eine aktive Personalabbaupolitik werde aber nicht gefahren, versicherte Schaller. Im Konzern waren zuletzt mehr als 5800 Mitarbeiter beschäftigt.

2016 schloss die Bank mit einem deutlich rückläufigen Konzerngewinn von 205 (2015: 304) Millionen Euro - obwohl die Kreditrisikovorsorge um 56 Millionen geringer ausfiel. Grund für den Gewinneinbruch waren vor allem zinsbedingte Wertpapierabschreibungen und Abwertungen von fast 70 Millionen Euro auf die Beteiligungen RZB und Hypo OÖ.