Wien. Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Im vergangenen Jahr waren bereits rund 13.000 E-Fahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs - und es werden immer mehr. Von diesem Wachstum will auch der heimische Öl- und Gasriese OMV profitieren. Dafür hat er nun eine Kooperation mit dem Verbund, dem größten Stromproduzenten des Landes, fixiert. Geplant ist, das Ladenetz für Elektro-Autos im In- und Ausland gemeinsam auszubauen.

Der Verbund hat eine für E-Mobilität zuständige Tochter namens Smatrics. Diese betreibt in Österreich ein flächendeckendes Netz aus Ladestationen, die zur Gänze mit grünem, zu 96 Prozent CO2-frei erzeugtem Strom aus den Verbund-Kraftwerken gespeist werden. Bei Smatrics wird die OMV jetzt einsteigen, indem sie 40 Prozent der Anteile kauft.

Der Verbund, der bisher mit 86 Prozent an Smatrics beteiligt war, sich nun aber von Anteilen trennt, hält künftig ebenfalls 40 Prozent. Die restlichen 20 Prozent entfallen dann auf die Siemens AG Österreich, die schon seit der Firmengründung 2012 an Bord ist und ihren bisherigen 14-Prozent-Anteil nun etwas aufstockt.

Auch Wasserstoff-Kooperation


Aktuell umfasst das Smatrics-Netz rund 400 sogenannte Ladepunkte. 49 davon befinden sich bereits jetzt an insgesamt 15 OMV-Standorten in Österreich, sechs weitere gibt es in Bayern.

In einem ersten Schritt werde der Ausbau des Ladenetzes auf Österreich und Deutschland konzentriert sein, wie Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und OMV-Vorstand Manfred Leitner am Donnerstag in einer Pressekonferenz ankündigten. Im Anschluss daran werde eine mögliche Expansion in die Nachbarländer Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn geprüft werden.

Neben E-Autos haben OMV und Verbund im Rahmen der Kooperation aber auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge im Blickfeld. Unter Berufung auf Autohersteller erklärten Anzengruber und Leitner, dass es zwar bei den privaten Pkw in Richtung Strom gehe, bei Lastkraftwagen jedoch um Wasserstoffantriebe.

Gerade auch in der Wasserstofftechnik müssten die Autoproduzenten etwas tun, meinte Leitner. Die OMV verfügt hierzulande bereits über vier Wasserstofftankstellen (Wien, Innsbruck, Linz und Graz), eine weitere Station kommt Ende Mai in Wiener Neudorf dazu. Mit der Wasserstofftechnik könne man somit bereits quer durch Österreich fahren, so Leitner. "Aber wenn die Fahrzeuge nicht produziert werden, gibt es schon auch ein Henne-Ei-Problem."

Im Zusammenhang mit Wasserstoff sehen OMV und Verbund daneben noch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Wasserstoff soll künftig auch zum Speichern von Energie eingesetzt werden. "Es geht darum, die Strom-Überproduktion für Defizitzeiten sicherzustellen", so Leitner. Gerade für die OMV mit ihren Raffinerien sei eine gesicherte Stromversorgung besonders wichtig.