Wien. (ede/apa) Österreichs größter Tourismuskonzern, das Verkehrsbüro, hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Gewinn gemacht, aber beim Umsatz leichte Einbußen hinnehmen müssen. Das Konzernergebnis vor Steuern stieg um 61,4 Prozent auf 15,4 Millionen Euro. Der Konzernumsatz betrug 870,3 Millionen Euro und lag um 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Die Geschäftsbereiche des Unternehmens, das heuer seinen 100. Geburstag begeht, entwickelten sich 2016 unterschiedlich: Im Segment "Hotellerie und Veranstaltungen" sorgte vor allem ein Gästeboom in Wien für steigende Umsätze und Ergebnisse. Der Umsatz erhöhte sich um 5 Prozent auf 183,6 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern stieg um 165,5 Prozent auf 6,4 Millionen Euro. Trotz höherer Investitionen in Hotelrenovierungen und zunehmender Provisionen für Online-Portale sei der Turnaround in diesem Geschäftsbereich nachhaltig gelungen, schreibt der Konzern in einer Aussendung.

Die Auslastung der Austria Trend Hotels stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 76,8 Prozent, die Zimmerpreise um 1,6 Prozent. Die Umsätze bei Meetings und Kongressen stiegen im zweistelligen Prozentbereich, was das Verkehrsbüro als Indikator für die bessere Stimmung bei den Unternehmen und der Wirtschaft sieht. Per Ende 2016 verfügte das Verkehrsbüro über 27 Austria Trend Hotels und sechs Motel One, betrieben im Joint Venture.

Urlaubsgeschäft litt unter Umsatzausfall in der Türkei

Das Urlaubsgeschäft habe stark unter dem Umsatzausfall der Türkei gelitten, der nicht mehr aufzuholen gewesen sei. Der Buchungsrückgang bei den Ruefa-Reisebüros resultiere aus der Zunahme von Terrorakten, der Flüchtlingskrise und dem Einbruch des Urlaubslandes Türkei, so das Verkehrsbüro. Das habe europaweit zu massiven Reisestromverschiebungen "in einem noch nie da gewesenen Ausmaß" geführt.

"Während wir 2016 von den massiven Reisestromverschiebungen überrascht wurden, haben wir uns für 2017 gut vorbereitet. Wir waren so früh wie noch nie mit Alternativangeboten sicherer Reiseziele am Markt", so Verkehrsbüro-Generaldirektor Harald Nograsek. Auch heuer bleibe ein weiteres Abrutschen des Urlaubslandes Türkei und die Bedrohung durch den IS-Terror weiter bestehen.

Das Incoming-Reisebüro Eurotours sei in allen Vertriebskanälen gewachsen und habe von der Nachfrage nach Urlauben in Österreich und den Nachbarländern profitiert und dadurch eine hohe Ergebnissteigerung verzeichnet.

In Summe sank der Umsatz im Geschäftsfeld "Leisure Touristik" um 4,3 Prozent auf 573,3 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug 8,5 Millionen Euro und war um 2,1 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Im Bereich "Business Touristik" blieb der Umsatz mit 165,5 Millionen Euro (- 0,8 Prozent) annähernd auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 1,3 Millionen Euro um 6,7 Prozent unter dem Vorjahr. Das Unternehmen führt das auf den starken Wettbewerb und den hohen Preisdruck zurück.

Generaldirektor Nograsek geht mit Ende September

Wie berichtet, wird Nograsek nach Ablauf seiner Funktionsperiode per Ende September 2017 auf eigenen Wunsch ausscheiden. Ab 1. Oktober wird das Unternehmen von einem Dreier-Vorstand unter Vorsitz des neuen Vorstandssprechers Martin Winkler geführt. Neu in den Vorstand berufen wird auch Helmut Richter. Wie bisher im Vorstand bleibt Helga Freund.