Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath erwartet die Endabrechnung bei der Abwicklung der Ex-Hypo für das Jahr 2023. - © apa/Georges Schneider
Heta-Chef Sebastian Schoenaich-Carolath erwartet die Endabrechnung bei der Abwicklung der Ex-Hypo für das Jahr 2023. - © apa/Georges Schneider

Wien. (kle) Sebastian Schoenaich-Carolath scheint einen guten Job zu machen. Seit gut zwei Jahren ist er Chef der staatlichen Abbaueinheit Heta, die aus der Kärntner Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen ist. Für den Steuerzahler bleibt die Heta zwar ein Milliardengrab, aber es wird zumindest weniger teuer als bisher angenommen. Denn bis April hat die Heta aus dem Verkauf von Vermögenswerten eine deutlich über den Erwartungen liegende Barreserve von 8,1 Milliarden Euro generiert. Der Schuldenschnitt fällt daher geringer aus als bisher vorgeschrieben, teilte die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Dienstag mit.

Nachrangige Gläubiger müssen zwar wie bisher ganz auf ihre Forderungen verzichten, vorrangige Gläubiger erhalten aber jetzt 64,4 Prozent ihrer Forderungen (Schuldenschnitt von 35,6 Prozent) statt wie zuvor von der FMA verfügt nur 46,02 (Schnitt von 53,98 Prozent). Da nach einer Umschuldung, die Vorranggläubigern rund 90 Prozent ihrer Forderungen sicherte, nun der Kärntner Ausgleichszahlungsfonds de facto alle vorrangigen Heta-Schuldpapiere hält, kommt der geringere Schuldenschnitt dem Steuerzahler zugute. Kärnten haftet fix mit 1,2 Milliarden Euro, aber der Bund kann sich freuen, seine Verpflichtungen sinken deutlich.

Erste Geld-Tranche im Sommer


Ein großer erster Teilbetrag dürfte schon in den kommenden Monaten fließen. Von der bisher angesammelten Cash-Reserve könnten demnach bis zu vier Milliarden Euro noch in diesem Sommer ausgezahlt werden, so die FMA-Chefs Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. Laut den Berechnungen der FMA wird die Heta ihre Barreserve bis zum Ende der Abwicklung auf 8,6 Milliarden Euro gesteigert haben. Dies seien 2,6 Milliarden Euro mehr als ursprünglich erwartet - eine immer noch konservative Schätzung, die sich noch erhöhen könnte, so die FMA. Die Heta selbst erwartet, dass bei der Endabrechnung 2023 sogar 9,6 Milliarden Euro für die Ausschüttung verfügbar sein werden. Die FMA betont auch, dass sich die Abwicklung für Vorranggläubiger mit einer Quote von 64,4 Prozent als deutlich günstiger erweise, als es eine Insolvenz der Hypo gewesen wäre (nur 41,66 Prozent).

Laut FMA hatte die Heta Schulden von 17,6 Milliarden Euro, als sie am 1. März 2015 unter Aufsicht gestellt wurde. 2,2 Milliarden Euro davon konnten nicht geschnitten werden (etwa Forderungen von Mitarbeitern), 1,9 Milliarden waren nachrangige Anleihen, die ganz geschnitten wurden. Von den restlichen 13,4 Milliarden an vorrangigen Schulden werden nun 4,8 Milliarden Euro (35,6 Prozent) geschnitten. Die Überschuldung der Heta lag somit bei 6,7 Milliarden Euro, was im Prognoserahmen von 4 bis 7,6 Milliarden sei.