• vom 05.05.2017, 07:00 Uhr

Österreich


Tourismus

US-Reisewarnung ist geringstes Problem




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Von Thomas Pressberger

  • Der Terror konnte dem österreichischen Tourismus bisher nicht viel anhaben. Die heimische Politik ist da schon hinderlicher.

Trotz Reisewarnung kommen Gäste aus den USA nach Österreich. Klimawandel und Arbeitskräftemangel bereiten der Tourismusbranche viel größere Sorgen. - © Fotolia/rh2010

Trotz Reisewarnung kommen Gäste aus den USA nach Österreich. Klimawandel und Arbeitskräftemangel bereiten der Tourismusbranche viel größere Sorgen. © Fotolia/rh2010

Wien. Die US-Reisewarnung für Europa wird Österreich kein Minus bei den Gästen aus den USA bringen, im Gegenteil, meinen Tourismusverantwortliche. Auch die anhaltende Terrorgefahr in Europa hat der österreichischen Tourismusbranche bisher eher geholfen als geschadet. "Die heutige Urlaubergeneration hat die Welt bereits gesehen und macht auch gerne in der Nähe Urlaub", sagt Peter Zellmann, Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung. Österreich sei innerhalb Europas leicht erreichbar und gelte immer noch als sicher.

Die US-Reisewarnung werde an der positiven Entwicklung nichts ändern. Der US-Markt sei für Österreich nicht "wahnsinnig wichtig" - abgesehen für Wien und einzelne Betriebe. Es werde sich ähnlich wie bei den Rückgängen bei russischen Gästen verhalten. Gäste aus anderen Ländern haben die Ausfälle ausgeglichen.


In Wien werden im heurigen Sommer sogar mehr US-Gäste als im Sommer des Vorjahres erwartet. "Von Dezember bis Februar gab es schon einmal eine Reisewarnung. In Wien gab es bei den US-Gästen trotzdem ein Plus", sagt Andrea Zefferer, Pressesprecherin von Wien Tourismus. Die USA sind für Wien der drittwichtigste Markt hinter Deutschland und Österreich, Haupturlaubsmonate sind Juli, August und Dezember. "Da Wien eine Ganzjahresdestination ist, rechnen wir in diesem Sommer mit ähnlichen Auswirkungen wie im Winter", sagt Zefferer. Die US-Gäste seien in der Regel gut informiert und würden die Situation in Europa kennen. Die Mercer-Studie, in der Wien heuer zum achten Mal auf Platz eins der Städte mit der größten Lebensqualität lag, hilft zusätzlich - Sicherheit ist darin ein wichtiges Thema. Der erste Direktflug von Los Angeles nach Wien soll für Impulse sorgen.

Lediglich auf den Fernmärkten, vor allem im asiatischen Raum, sorgt die Terrorgefahr für Rückgänge, sagt Zefferer. Japaner seien bei diesem Thema besonders sensibel. "Je weiter die Märkte entfernt sind, umso weniger differenzieren sie nach Ländern. Da wird Europa insgesamt als Krisenkontinent wahrgenommen."

Unangenehme Experten
Die Gefahren für die österreichische Tourismusindustrie liegen in Wahrheit ganz wo anders. Als eine der größten Herausforderungen nennt Oliver Fritz, Referent für Tourismus am Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo), den Klimawandel. "Das ist in der Industrie noch nicht angekommen", sagt Fritz. Es werde nicht einmal gerne gehört, wenn Experten darauf hinweisen. Dabei müsse der Klimawandel nicht nur negative Auswirkungen auf Österreich haben. "Die alpinen Regionen könnten im Sommer profitieren, wenn es im Süden zu heiß ist", sagt Fritz. Viele würden dann lieber in den Bergen wandern oder sich an Seen aufhalten. Der Mangel heimischer Arbeitskräfte, der zunehmend durch ausländische Arbeitskräfte kompensiert wird, könne zu einem weiteren Problem führen. Der typisch österreichische Flair, den sich Gäste hierzulande erwarten, könnte dadurch verlorengehen, meint Fritz.

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Dokument erstellt am 2017-05-04 16:57:05


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