Wien. (kle) Holpriger Start ins neue Jahr: Im abgelaufenen ersten Quartal hat die Erste Group weniger verdient als im gleichen Vorjahresquartal. Unterm Strich sank der Gewinn der Wiener Großbank um 4,6 Prozent auf 262,2 Millionen Euro. Mit 599,2 (nach 620,5) Millionen Euro fiel auch das Betriebsergebnis niedriger aus.

Die Börse quittierte die Freitag Früh vorgelegten Zahlen zunächst mit Abschlägen, wobei es mit dem Erste-Aktienkurs um bis zu dreieinhalb Prozent nach unten ging. Im weiteren Handelsverlauf machte der Titel aber Boden gut, um dann mit 0,22 Prozent sogar leicht im Plus zu notieren.

Wie die Bank mitteilte, habe man im ersten Quartal vor allem wegen Investitionen in die Digitalisierung des Geschäfts höhere Kosten verzeichnet. Die Kosten-Ertrags-Relation - eine wichtige Kennzahl in der Bankenbranche - verschlechterte sich von 61,9 auf 63,0 Prozent. Für einen Euro Ertrag waren somit um 1,1 Cent höhere Aufwendungen notwendig.

Weniger Zinsüberschuss

Beim Zinsüberschuss musste die Erste trotz eines Kreditwachstums mit 1,05 Milliarden Euro einen Abstrich von 3,7 Prozent machen - nach ihren Angaben vor allem wegen des geringeren Zinsertrags aus Veranlagungen in Staatsanleihen. Indes stiegen die Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte zwar, mit 65,8 (nach 56,4) Millionen Euro lagen sie jedoch weiterhin auf "historisch sehr niedrigem Niveau".

Die Bilanzsumme belief sich per Ende März auf 222,8 Milliarden Euro - ein Plus von sieben Prozent. Gleichzeitig sank die harte Kernkapitalquote, die bei Bankaufsehern als wichtigste Messgröße für die Kapitalausstattung einer Bank gilt, von 13,4 Prozent (Ende Dezember 2016) auf nunmehr 13,0 Prozent.

Wie die Erste weiter mitteilte, trugen alle Tochterbanken in Osteuropa zum Konzerngewinn des ersten Quartals bei. Für das Gesamtjahr 2017 peilt Bankchef Andreas Treichl eine Eigenkapitalverzinsung von mindestens zehn Prozent an - vor dem Hintergrund eines Wirtschaftswachstums, das er sowohl für Österreich als auch für Osteuropa als gut einstuft. Nach den ersten drei Monaten lag die Eigenkapitalverzinsung erst bei 8,7 Prozent.

Die Analysten von Goldman Sachs haben am Freitag ihr Kursziel für die Erste-Aktie von 35 auf 38 Euro erhöht. Ihr Anlagevotum bleibt aber weiter bei "neutral".