Wien. (kle) Nach einer längeren Durststrecke infolge des Ölpreistiefs geht es bei der OMV wieder aufwärts. Im abgelaufenen ersten Quartal steigerte der teilstaatliche Energiekonzern das operative Ergebnis von 262 auf 805 Millionen Euro (vor Sonderkosten). Beim Periodengewinn (ebenfalls vor Sonderkosten) legte das börsennotierte Wiener Unternehmen von 174 auf 502 Millionen Euro zu.

Geholfen hat vor allem der Ölpreis, der nun wieder anzieht. Außerdem erreichte die OMV dank höherer Förderung in Libyen und Norwegen nach eigenen Angaben die höchste Quartalsproduktion seit zehn Jahren - wobei die Produktionskosten auf unter neun Dollar je Barrel (159 Liter) gesunken sind. Die Umsätze wuchsen von Jänner bis März im Vergleich zur Vorjahresperiode um 38 Prozent auf 5,52 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr hält sich Konzernchef Rainer Seele mit einer konkreten Ergebnisprognose noch zurück. Wie er am Donnerstag in einer Telefonkonferenz erklärte, wolle er das für 25. Mai in Wien geplante Treffen der Opec-Ölminister abwarten, um zu sehen, wie der Ölpreis reagiert.

Wartungsarbeiten in Schwechat


Den Preis für die für Europa wichtigste Rohöl-Sorte Brent erwartet Seele heuer im Durchschnitt bei 55 Dollar je Fass. Im ersten Quartal lag der Brent-Preis mit durchschnittlich 53,7 Dollar um 58 Prozent höher als im gleichen Vorjahresquartal.

Unterdessen laufen in der Raffinerie Schwechat seit Mitte April turnusmäßige Wartungsarbeiten, die voraussichtlich sechs Wochen dauern und rund 110 Millionen Euro kosten. Dennoch werde die Auslastung der Raffinerie im heurigen Jahr bei mehr als 90 Prozent liegen, betonte die OMV in einer Aussendung. Im laufenden zweiten Quartal werde das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis allerdings durch einen negativen Sondereffekt von rund 80 Millionen Euro belastet sein.

Höheres Fördervolumen


Wie die OMV am Donnerstag bekräftigte, rechne sie für 2017 mit einem Anstieg der Gesamtproduktion von 311.000 auf 320.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Libyen, wo es in den vergangenen Jahren wegen politischer Unruhen immer wieder Produktionsstillstände gab und wo sich die Lage nun zu bessern scheint, sollte durchschnittlich 10.000 Barrel pro Tag beitragen. In Libyen sind die Produktionskosten für die OMV besonders günstig.

Nichts Neues gibt es indes zum Thema Iran. Zum Stand der Verhandlungen mit der iranischen Ölfirma Nioc über eine Kooperation bei der Öl- und Gasförderung im Iran hat die OMV am Donnerstag keine Angaben gemacht.