Wien. (tp) Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage haben Unternehmen Bedenken wegen der Zahlungsmoral ihrer Kunden. 55 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die Zahlungsrückstände der Kunden auf finanzielle Schwierigkeiten zurückzuführen sind. 47 Prozent der Befragten glauben, dass die Zahlungsrückstände der Kunden absichtlich herbeigeführt wurden. Bei knapp jedem dritten Unternehmen (28 Prozent) hätten ihrer Meinung nach Zahlungsfristen durch eine bessere Organisation eingehalten werden können.

58 Prozent der Befragten klagen über höhere Zinskosten, die aufgrund verspäteter Zahlungen entstehen. Weitere Auswirkungen verspäteter Zahlungen sind für 45 Prozent Umsatzeinbußen und für 48 Prozent Liquiditätsengpässe, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Vorbildfunktion


In der Studie schneidet der öffentliche Sektor am schlechtesten ab. Die Zahlungsdauer beträgt bei Privatkunden rund 18 Tage und bei Firmenkunden etwa 25 Tage. Der öffentliche Sektor nimmt sich mit 31 Tagen ein deutlich längeres Zahlungsziel heraus.

Im Vergleich dazu liegen die gewährten Zahlungsfristen bei Privatkunden bei rund 17 Tagen und bei Firmenkunden bei rund 22 Tagen. 30 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass eine schnellere Bezahlung ihrer Rechnungen finanzielle Engpässe verhindern würde.

"Die Studie zeigt deutlich, dass die Zahlungsmoral im privaten Sektor besser ist als im öffentlichen Bereich", sagt Wolfgang Teller, Managing Director von Intrum Justitia Österreich, einem Anbieter von Kreditmanagement-Lösungen, der die Studie im Auftrag von Gallup durchgeführt hat. "Es wäre begrüßenswert, wenn dieses Feld als Vorbild fungieren würde", sagt Teller. Generell lasse sich die Zahlungsmoral in Österreich derzeit jedoch als recht gut einstufen.