Große Unklarheit herrscht derzeit auch über die seit 2001 bestehende deutsch-österreichische Strompreiszone. Sie wird zwar nicht wie befürchtet aufgetrennt, aber die Übertragungskapazität wird ab Oktober 2018 eingeschränkt. Die APG ist für die praktische Umsetzung zuständig. Gibt es schon einen Plan, wie das gelöst werden soll?

Wir sind dabei, das vorzubereiten. Das hat viel mit IT und Regeln zu tun. Wir kennen das ja schon aus der Zusammenarbeit mit anderen Nachbarstaaten.

Wird diese Markteinschränkung dann zu höheren Strompreisen führen?

Es ist durchaus möglich, aber wir erwarten aus heutiger Sicht keine dramatische Preiserhöhung, weil die Kapazitätsgrenze mit 4,9 Gigawatt doch sehr hoch ist.

Ein Teil des Kompromisses zwischen Deutschland und Österreich sieht vor, dass die APG für die deutschen Übertragungsnetzbetreiber zunächst 1 Gigawatt an österreichischen Kraftwerkskapazitäten zur Verfügung stellt und ab 2019 1,5 Gigawatt.

Genau. Wenn die Einschränkungen an der deutsch-österreichischen Grenze im Oktober 2018 starten, wollen wir die thermischen Kraftwerke langfristig und ganzjährig unter Vertrag nehmen und so auch den deutschen Bedarf abdecken.

Immer wieder kommt die Idee einer Österreich-Infrastrukturholding auf, in der das ÖBB-Schienennetz, das Gasnetz der OMV-Tochter GCA, die Autobahnen der Asfinag und eben das Stromnetz der APG zusammengefasst werden sollen. Wäre die APG dort gut aufgehoben?

Das ist eine Frage des Eigentümers. Wir gehören der Verbund AG und fühlen uns da gut aufgehoben. Ich glaube, wir haben in unserer Funktion als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber einen guten Weg gefunden.