• vom 03.08.2017, 17:40 Uhr

Österreich

Update: 03.08.2017, 18:16 Uhr

Börsengang

Bawag putzt sich für den Börsengang heraus




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  • Es mehren sich die Anzeichen, dass sich Großinvestor Cerberus im Herbst von Anteilen trennen will.

- © apa/Herbert Neubauer

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Wien. (dab) Über den Börsengang der ehemaligen Gewerkschaftsbank Bawag wird in Finanzkreisen schon seit geraumer Zeit spekuliert. Nun mehren sich die Anzeichen, dass es in diesem Herbst so weit ist. Nach Angaben der Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters haben die Bawag-Eigentümer rund um den US-Investor Cerberus die Investmentbank Rothschild als Berater für einen möglichen Börsengang engagiert. Zwischen 20 bis 30 Prozent der Bank, die nach früheren Berichten mit bis zu fünf Milliarden Euro bewertet wurde, sollen für ein IPO (Initial Public Offering) in Betracht kommen. Schon im September könnten sie auf den Markt gebracht werden.

Cerbus hat die Bawag 2007 für 3,2 Milliarden Euro übernommen. Die damals fünftgrößte Bank Österreichs war aufgrund eines Spekulationsskandals in Turbulenzen geraten und musste gerettet werden. Nach der Cerberus-Übernahme folgten massive Restrukturierungsmaßnahmen.


Heute steht die Bawag zu 52 Prozent im Eigentum von Cerberus Capital Management, 40 Prozent werden vom Minderheitsaktionär Golden Tree Asset Management, ebenfalls ein US-Fonds, gehalten. Auch die Österreichische Post besitzt ein kleines Aktienpaket. Seit Jahren wird erwartet, dass Mehrheitsaktionär Cerberus bei der Bawag Kassa machen will. Als ein möglicher Börseplatz wurde im Frühjahr Frankfurt kolportiert. Seit Mitte Juli hieß es auf der Bawag-Homepage, man evaluiere mit den Eigentümern mehrere strategische Optionen für das Unternehmen, inklusive eines möglichen IPOs.

Erstes Halbjahr
brachte höheren Gewinn

Dank niedrigerer Refinanzierungskosten und Übernahmen hat die Bawag zuletzt mehr verdient. Der Gewinn vor Steuern stieg im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent auf 251 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Das Geldinstitut konnte dank der Übernahme der Start- Bausparkasse und der Immo-Bank die für die Refinanzierung wichtigen Kundeneinlagen steigern, zugleich musste sie den Privatkunden weniger Zinsen zahlen. Dank der Zukäufe stieg auch das Volumen der ausgereichten Kredite. Der Zinsüberschuss kletterte trotz der niedrigen Zinsen um fünf Prozent auf 395 Millionen Euro, die harte Kernkapitalquote verbesserte sich um 1,4 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent.

In den vergangenen Monaten hat die Bawag vier Zukäufe von Banken und Finanzfirmen paktiert. Damit kaufte sich die Bank ein Bilanzvolumen von mehr als 10 Milliarden Euro dazu. Die bisher größte Akquisition ist die baden-württembergische Südwestbank mit 7,4 Milliarden Euro Bilanzvolumen, 100.000 Kunden und 650 Beschäftigten. Der Kaufvertrag dafür ist seit Mitte Juli unterschrieben, vollzogen werden soll der Deal bis Jahresende 2017.

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Schlagwörter

Börsengang, Bawag, Cerberus

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Dokument erstellt am 2017-08-03 17:45:06
Letzte Änderung am 2017-08-03 18:16:57


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