Wien. (kle) Strabag-Chef Thomas Birtel hält an der bisherigen Jahresprognose fest. Mit Blick auf den aktuellen Rekordauftragsbestand von 16,5 Milliarden Euro rechnet er für 2017 weiterhin mit einem Anstieg der Bauleistung um mindestens vier Prozent auf 14 Milliarden Euro und einer operativen Gewinnmarge von zumindest drei Prozent (Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Verhältnis zu den Umsätzen).

Für das erste Halbjahr gab die Strabag am Donnerstag einen Nettoverlust von 60,4 (nach 25,0) Millionen Euro bekannt. Dass das Minus größer ausfiel, begründete Österreichs größter Baukonzern vor allem damit, dass 2016 im zweiten Quartal ein Einmalertrag von 27,8 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Beteiligung verbucht worden war. Bereinigt um diesen Einmaleffekt habe es demnach im heurigen ersten Halbjahr operativ - vor Zinsen und Steuern - ein besseres Ergebnis gegeben, hieß es weiter. Birtel sprach sogar von einer "namhaften Ergebnisverbesserung". Man sei daher auf gutem Weg, die für heuer gesteckten Ziele zu erreichen.

Zu den roten Zahlen im Halbjahr ist anzumerken, dass es sich dabei wegen der eingeschränkten Bautätigkeit im Winter um saisonal bedingte Verluste handelt. Diese werden in der zweiten Jahreshälfte überkompensiert.

Aktienkurs fällt


Zur Jahresmitte saß der heimische Bauriese auf einem komfortablen Auftragspolster. Im Bestand hatte der Konzern per Ende Juni Aufträge im Gesamtwert von 16,5 Milliarden Euro und damit um sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für dieses Rekordhoch sorgten erneut große Aufträge der öffentlichen Hand und der Industrie in den Hauptmärkten des Konzerns, in Deutschland, Österreich, Polen, der Slowakei und Ungarn. Bei der Bauleistung legte die Strabag im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 6,254 Milliarden Euro zu.

An der Wiener Börse kamen die neuen Nachrichten des Unternehmens nicht gut an. Am Donnerstag gegen Mittag notierte die Strabag-Aktie zwei Prozent tiefer.