Für jeden Fuß etwas dabei: Jeder 5. Schuh wird mittlerweile online gekauft. - © Fotolia/Leszek Czerwonka
Für jeden Fuß etwas dabei: Jeder 5. Schuh wird mittlerweile online gekauft. - © Fotolia/Leszek Czerwonka

Wien. (ede) Seit über hundert Jahren beschäftigen sich die Deichmanns mit Schuhen. Heinrich Deichmann, Enkel des gleichnamigen Firmengründers, der 1913 in Essen einen Schuhmacherladen eröffnete, führt das Unternehmen in dritter Generation und ist stolz darauf, dass das Familienimperium mittlerweile mit 3800 Filialen und mehr als 38.000 Mitarbeitern in 25 europäischen Ländern und in den USA tätig ist.

In Österreich hat Deichmann vor 25 Jahren den von etablierten Mitbewerbern dicht besetzten Schuheinzelhandel aufgemischt und erreicht laut RegioData Research heuer, im Jubiläumsjahr, erstmals mit etwas mehr als 20 Prozent Umsatzanteil die Marktführerschaft und tauscht damit mit der Grazer Schuhhandelskette Leder & Schuh (Humanic, Shoe4You, Stiefelkönig) die vorderen Plätze.

Heimischer Schuhhandel
im Umbruch


Der heimische Schuhhandel durchläuft gerade eine stürmische Phase. Leder & Schuh richtet sich strategisch neu aus und konzentriert sich auf die Konzernmarken Humanic und Shoe4You. Die im Jahr 2011 zugekaufte Vertriebslinie Stiefelkönig soll endgültig aufgegeben werden.

Auch die Kette Reno stellt sich nach Jahren der Verluste und einer Fast-Halbierung der Standorte in Österreich neu auf und hat acht Filialen der Anfang des Jahres pleitegegangenen Vorarlberger Schuhfirma PKTS - bis Ende 2016 als Vögele Shoes bekannt - übernommen.

Deichmann steigerte 2016 durch den Verkauf von zehn Millionen Paar Schuhen in 175 Geschäften hierzulande den Bruttoumsatz um rund fünf Prozent auf 248,2 Millionen Euro. Vom Tochterunternehmen MyShoes, das im Herbst 2015 an den Start ging, gibt es mittlerweile zwölf Filialen.

Die Deichmann-Gruppe mit Stammsitz in Essen erzielte im Vorjahr einen Bruttoumsatz von 5,6 Milliarden Euro (plus 5,6 Prozent), davon entfielen 60 Prozent auf das Ausland. Als nächster Auslandsmarkt kommt Ende des Jahres Frankreich dazu, gab Heinrich Deichmann, der zum Österreich-Jubiläum nach Wien gekommen war, am Mittwoch vor Journalisten bekannt.

Da immer mehr Kunden ihre Schuhe online bei Amazon, Zalando & Co kaufen, setzt Deichmann - so wie andere Schuhhändler auch - verstärkt auf die Verzahnung von stationärem und Onlinehandel. Wer ein bestimmtes Paar Schuhe in der Filiale nicht findet, kann es dort bestellen und es sich kostenlos schicken lassen. Mit einer "Omni-Channel"-Testfiliale im Wiener Stadioncenter geht Deichmann nach eigenen Angaben "noch einen Schritt weiter". Über einen Touchscreen-Monitor können die Kunden das komplette Sortiment einsehen, das online und in Filialen verfügbar ist, und Artikel bestellen. Die Mitarbeiter prüfen mit mobilen Geräten die Verfügbarkeit.