Wien. (red) Die Milliarden-Pleite des Salzburger Baukonzerns Alpine hat nun für die Bawag ein unangenehmes Nachspiel: Das Handelsgericht Wien verurteilte die frühere Gewerkschaftsbank dazu, einem Bankkunden, der sich an der Zeichnung der Alpine-Anleihe-Tranche 2012 beteiligt hatte, 141.000 Euro plus Zinsen zurückzuzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Wie der "Kurier" weiter berichtet, wolle die Bawag "sich dazu nicht äußern".

Das Gericht kam zum Schluss, dass die Bawag im Jahr 2012 das interne Rating für die Alpine-Anleihe herabstufte. Das Wertpapier wurde demnach als sogenannter Quality-Junk-Bond, als "Schrottpapier", gehandelt, laut dem Zeitungsbericht war dem Zeichner der Anleihe dies allerdings nicht bekannt.

Hohe Ausfallwahrscheinlichkeit


Als Sicherheit für einen Kredit wurden die Anleihen von der Bawag nicht akzeptiert. "Durch die Herabsetzung des internen Ratings stieg die Ausfallwahrscheinlichkeit exponenziell, was der Bawag bekannt war", heißt es in dem Urteil.