Wien. (ede) Bereits Ende des 19. Jahrhunderts schraubten und tüftelten Carl Benz, Gottlieb Daimler und Ferdinand Porsche in Baden-Württemberg an den ersten Motoren und Autos der Welt herum. Das "Autoland" - nach Einwohnern und Fläche Deutschlands drittgrößtes Bundesland - investiert heute beachtliche 4,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung. Zum Vergleich: In ganz Österreich sind es etwa 3 Prozent.

Die Wirtschaftskammer Österreich und der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag haben nun eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation geschlossen. Das Technologieabkommen soll sich in beiden Regionen positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

WKO-Präsident Christoph Leitl spricht von einer "Traumhochzeit" mit der forschungsintensivsten Region Europas. Österreichische Unternehmen bekommen dadurch Zugang zu Forschungseinrichtungen in der Region Karlsruhe und die Möglichkeit der Online-Suche nach Ansprechpartnern von Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Firmen aus Baden-Württemberg können unter anderem in den Datenbanken der Wirtschaftskammern Österreich nach Förderprogrammen auf nationaler und regionaler Ebene und nach Kooperationspartnern in Österreich suchen. Gemeinsame Veranstaltungen sollen den grenzüberschreitenden Wissenstransfer in spezifischen Fachthemen wie Digitalisierung, Neue Materialien, Leichtbau oder Elektromobilität stärken.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag repräsentiert zwölf Industrie- und Handelskammern und 650.000 Unternehmen, die Wirtschaftskammer Österreich zählt rund 506.000 aktive Mitglieder. Österreichs Exporte in das deutsche Bundesland betrugen im Vorjahr 6,7 Milliarden Euro - das war um einiges mehr als nach Frankreich (5,3 Milliarden Euro). Aus Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 8,95 Milliarden Euro importiert.