Wien. Montagnachmittag ging es für die knapp 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie in die zweite Runde ihrer Kollektivvertragsverhandlungen. Diese waren bei Redaktionsschluss noch im Gang. Wie berichtet, fordern die beiden Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp vier Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine bessere Bezahlung von Dienstreisen und Lehrlingen. Im Vorfeld der Verhandlungen hieß es bei den Arbeitgebern, dass man auch über die Auswirkungen der arbeitsrechtlichen Angleichung von Arbeitern und Angestellten sprechen wolle.

Im vergangenen Jahr einigten sich die Verhandler erst in der vierten Verhandlungsrunde, nach einer rund 16-stündigen Nachtsitzung. Wobei ein Abschluss schon am Montag - kurz vor den Nationalratswahlen - ohnehin als eher unwahrscheinlich galt.

Rainer Wimmer, Chefverhandler der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge, erinnerte vor Beginn der KV-Verhandlungen in der Wirtschaftskammer noch einmal an die vollen Auftragsbücher der Metallindustrie. Und dies müsse sich auch in einem "fairen und guten" Angebot widerspiegeln. "Wir stehen dann auf, wenn das Ergebnis stimmt", so Wimmer.

Der Obmann der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, bekräftigte vor Verhandlungsstart seine Hoffnung, heuer ohne nächtelanges Feilschen auszukommen. An einen Abschluss in der zweiten Runde glaubte aber auch er "eher weniger". Zweifeln ließ ihn die Forderung von vier Prozent Lohnzuwachs, die "unvernünftig hoch" sei. Außerdem wolle er nicht nur über Prozente, sondern auch über ein ganzes Bündel an Rahmenbedingungen reden. "Die geplante Angleichung von Arbeitern und Angestellten hat auch Auswirkungen auf die Kollektivvertragsverhandlungen", betonte Knill. 2016 einigten sich die Sozialpartner auf eine KV-Erhöhung von 1,68 Prozent.