Wien. Die Aktien der Bawag sind beim Debüt der viertgrößten österreichischen Bank an der Wiener Börse abgebröckelt. Der erste Kurs wurde am Mittwoch mit 47,40 Euro festgestellt, 1,25 Prozent unter dem Ausgabekurs von 48 Euro. Im weiteren Verlauf gab der Kurs weiter nach. Mit einem Erlös von bis zu 1,93 Milliarden Euro - abhängig von der Platzierung der Mehrzuteilung - ist es die größte Neuemission in Wien überhaupt. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2007: Damals hatte der Baukonzern Strabag 1,3 Milliarden Euro eingenommen.

Das Geld aus der Platzierung geht an die Altaktionäre um den US-Finanzinvestor Cerberus. Sie hatten das Geldhaus 2007 für 3,2 Milliarden Euro gekauft und halten nach der Erstnotiz weiterhin die Mehrheit der Aktien. Insgesamt wird die Bawag zum Ausgabepreis mit 4,8 Milliarden Euro bewertet. Die Bank hat eine Bilanzsumme von 40 Milliarden Euro und zählt mehr als 2,2 Millionen Kunden. Cerberus hatte sie in den vergangenen zehn Jahren auf Rendite getrimmt.

Ab Freitag im ATX, an Stelle von RHI

Gleich am zweiten Handelstag, am 27. Oktober, wird die seit Mittwoch börsennotierte Bawag im Leitindex der Wiener Börse starten. Im ATX ersetzt die Bawag nach dem Feiertag den Feuerfesthersteller RHI.

Die RHI AG scheidet nach der Fusion mit Magnesita aus dem Leitindex aus.

Der ATX enthält damit weiterhin 20 Titel. Den raschen Bawag-Einzug in den Leitindex hat eine so genannte "Fast-Entry-Regelung" ermöglicht. Die Bawag werde mit einer Gewichtung von mehr als 4 Prozent zu den Index-Schwergewichten zählen, schrieb die Börse, was der neuen Bankaktie auch zur sofortigen Aufnahme in den Index verhalf.

Für die bisherigen RHI-Aktien ist Mittwoch der letzte Handelstag an der Wiener Börse. Die mit Magnesita fusionierte Gesellschaft wird in London notieren. Die Wiener Börse legt aber auch Wert auf die Feststellung, dass RHI Magnesita, wie zahlreiche andere ausländische Titel, künftig im Global-Market-Segment in Wien zu haben ist.

Schon nach dem gestrigen Dienstag war an der Wiener Börse für den Immokonzern conwert Handelsschluss. Mit heutigem Mittwoch gingen alle Anteile der conwert-Minderheitsaktionäre auf den deutschen Hauptaktionär Vonovia über.