Wien. Immobilien werden immer teurer. Wohnungen und gebrauchte Häuser sind heuer in den ersten zehn Monaten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 im österreichweiten Schnitt um mehr als vier Prozent teurer angeboten worden. Das geht aus dem aktuellen ImmoDEX des Online-Portals ImmobilienScout24 hervor.

Vor allem die mittleren Preislagen ziehen derzeit nach oben. Die Top-Segmente geben hingegen etwas nach. Noch deutlicher als bei den Wohnungen und Häusern fiel die Teuerung von Grundstücken aus. Die Angebotspreise legten heuer österreichweit im Schnitt um knapp sechs Prozent zu, in Wien waren es durchschnittlich vier Prozent. In der Bundeshauptstadt gab es zwischen Jänner und Oktober vor allem in Simmering (plus zehn Prozent), Währing (plus neun Prozent) und Hernals (plus acht Prozent) Ausreißer nach oben.

Preisstopp auf hohem Niveau


Wien ist das bundesweit eindeutig teuerste Pflaster - im Schnitt kostete ein Grundstück im Berichtszeitraum 895 Euro pro Quadratmeter. In Tirol waren es durchschnittlich 392 Euro (plus neun Prozent), in Niederösterreich 119 Euro (plus dreizehn Prozent), im Burgenland 78 Euro (plus 14 Prozent) und in Kärnten 72 Euro (plus zwölf Prozent).

Vereinzelt erreichen die Immobilienpreise allerdings auch bereits ihren Zenit, wenn auch auf hohem Niveau. In der Wiener Innenstadt sanken die Angebotspreise für neue Wohnungen im Zehnmonatszeitraum sogar um vier Prozent. Andernorts waren die Zuwächse gedämpft. Die Hauspreise in Tirol erhöhten sich heuer etwa nur noch um ein bis eineinhalb Prozent. Im ebenfalls traditionell teuren Salzburg betrug der Anstieg zwei bis drei Prozent. In Graz verteuerten sich Häuser um weniger als ein Prozent, in Bregenz zwischen null und drei Prozent.

Dafür gab es in mittleren und günstigen Lagen bzw. in den Bundesländern noch merklich mehr Spielraum nach oben. Dieser wurde heuer auch spürbar ausgenützt. Im Burgenland etwa zogen die Angebotspreise für Wohnungen und Häuser zwischen sechs und sieben Prozent an. Auffällige Preiszuwächse zwischen sieben und neun Prozent gab es beispielsweise auch in den niederösterreichischen Bezirken Amstetten, Bruck/Leitha, Hollabrunn, Horn, Krems, Krems-Land und Lilienfeld. Auch in Wien zeigten die Preise in den billigeren Bezirken klar nach oben - in Simmering, Meidling und Donaustadt verteuerten sich die Häuser um mehr als acht Prozent.

Zu wenige Angebote


Parallel zu den Immobilienpreisen schnellt die Nachfrage nach Mietwohnungen empor, da der Erwerb einer eigenen Bleibe immer schwerer leistbar erscheint. Das Angebot an Mietwohnungen hält damit aber laut ImmobilienScout nicht Schritt.

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Integral zufolge meinen 81 Prozent der Österreicher, dass man sich als Normalsterblicher den Kauf eines Eigenheimes praktisch nicht mehr leisten kann. Die Monatsmieten für neue und gebrauchte Wohnungen stiegen heuer bis Ende Oktober im österreichweiten Schnitt um rund drei Prozent auf 11,90 bzw. 10,20 Euro pro Quadratmeter (ohne Betriebskosten).