• vom 19.11.2017, 08:00 Uhr

Österreich

Update: 19.11.2017, 14:51 Uhr

Neusiedlersee

Ein Lauffeuer am See




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Den Dialog suchen

"Niemand von uns will irgendwen an den Pranger stellen, und wir wollen auch nicht die Investoren um ihren Gewinn bringen. Wir sind nicht gegen eine Ankurbelung des Tourismus oder gegen Renovierung", betont er. Aber es müsse ein Bekenntnis zur Tradition geben und eine der pannonischen Landschaft angepasste Architektur, die nicht den Blick zum See verstelle. "Ein wichtiger Aspekt ist es, das Identitätsgefühl der Anrainer und deren Wünsche einzubeziehen." Das ist in Weiden am See passiert, wo auf die Anrainer eingegangen wurde und das Dach des neuen Gourmetlokals direkt am See mit einem für die Gegend typischen Schilf versehen wurde. "Dennoch besteht eine Ähnlichkeit mit der Mole West in Neusiedl am See", sagt Golubich. Denn dieses Lokal sei ein schöner grauer Betonkasten. Leider sei dieser beliebig und könne überall auf der Welt stehen.

Viele Fragen bleiben jedoch offen, etwa, wie man mit Politikern der Landesregierung, den Bürgermeistern und Gemeinderäten, den direkten oder indirekten Profiteuren ins Gespräch kommt. Zur Klärung sind einige namentlich in der Dokumentation erwähnt und werden direkt angesprochen. "Dass viel Geld im Spiel ist, ist klar. Es sind Projekte um die hunderttausend Euro", so Golubich. "In Neusiedl sind 2009 die Gemeinderatsbeschlüsse gefallen. Damals begann schon Widerstand in der Bevölkerung, aber angesichts zunächst vager Pläne, die jetzt sehr konkret geworden sind, gehen die Wogen hoch."

Gegen Verwirtschaftlichung

Die Suche nach Alternativen und einer angemessenen Richtlinie, um das heikle ökologische System des Sees nicht zu gefährden und gleichzeitig langjährige Traditionen zu gewährleisten, ist schwierig. Tatsächlich gehören vielerorts die Bauten aus den 70ern renoviert und auf den Stand der Zeit gebracht. "Ich sehe vor allem eine noch nie dagewesene Verwirtschaftlichung. Man sollte eher über die Einzigartigkeit der noch naturbelassenen Landschaft reden. Denn diese wird unter jedem drastischen Eingriff leiden", meint der Vereinsobmann. "Das müssen wir diskutieren, denn nur Wenigen ist die Zukunft des Sees egal. Auch in der Bundeshauptstadt liebt man das Meer der Wiener. Aus diesem Grund ist es gut, wenn sich unsere Bemühungen weiter herumsprechen. Momentan hoffen wir sehr, dass wir in Paris gehört werden."


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-18 14:05:06
Letzte Änderung am 2017-11-19 14:51:31


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