Wien. Am Vormarsch neuer Technologien wie der Künstlichen Intelligenz scheiden sich die Geister. Viele nehmen diese als Bedrohung wahr und fürchten den massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen. Andere sehen in der fortschreitenden Digitalisierung vor allem wirtschaftliches Potenzial. Fest steht: Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Wirtschaft längst angekommen. Ihr Einsatz reicht von digitalen Sprachassistenten über Kundenberatung durch Chatbots, bis hin zu medizinischen Diagnose-Assistenten und zum autonomen Fahren.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI in die Unternehmen einziehen soll, sondern wann. "Organisationen sind von den Vorteilen, die Künstliche Intelligenz bringen kann, mittlerweile überzeugt. Nun fragen sie sich, wo und wie sie investieren sollen", bringt es Gordon Schembri, Manager bei GE Oil & Gas, einem weltweit führenden Zulieferer der Öl- und Gasindustrie, auf den Punkt.

Mehr Wachstum,
neue Jobs

GE Oil & Gas ist eines von 1000 Unternehmen weltweit, die das IT-Beratungsunternehmen Capgemini zum Einsatz Künstlicher Intelligenz befragt hat. Alle teilnehmenden Firmen setzen KI entweder im Rahmen eines Pilotprojekts oder bereits in größerem Stil ein. Und das mit einigem Erfolg, wie aus der Studie hervorgeht. Demnach berichten 83 Prozent der Unternehmen, dass KI neue Aufgaben und damit Jobs in ihren Organisationen geschaffen hat. Und der Einsatz Künstlicher Intelligenz tut offenbar auch den Wachstumschancen gut. Drei Viertel der Unternehmen steigerten ihren Absatz um zehn Prozent, und führen dies direkt auf den Einsatz von KI zurück. Auch die verbreitete Angst vor der sogenannten "Roboterökonomie" als Jobkiller ist laut der Studie unbegründet: "Vier von fünf Unternehmen haben durch Technologien der Künstlichen Intelligenz neue Jobs geschaffen", rechnet Capgemini vor. "Das sind in erster Linie Jobs für erfahrene Kräfte, entstehen doch zwei von drei Stellen im Führungskräfteumfeld." Außerdem gaben mehr als 63 Prozent jener Unternehmen, die KI bereits im großen Stil verwenden an, dadurch keine Stellen abgebaut zu haben.

Eine Studie des Technologieberaters Accenture kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Der erfolgreiche Einsatz von neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz könne in Österreich das Wirtschaftswachstum kräftig ankurbeln, ist man bei Accenture überzeugt. Bis 2035 könnte sich dadurch das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sogar verdoppeln. "Das ist möglich, weil Routine-Prozesse in der Fertigung und im Büro mithilfe von KI deutlich effizienter zu bewältigen sind", begründet Michael Zettel, Österreich-Geschäftsführer von Accenture die Prognose.