• vom 28.11.2017, 18:17 Uhr

Österreich


OECD

Nun ist ein Dreier vor dem Komma




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  • Die OECD erhöht für 2017 ihre Wachstumsprognose für die österreichische Wirtschaft deutlich: von 2,2 auf 3,0 Prozent.



Wien/Paris. (kle/apa/reu) Geht es nach der OECD, dann wächst Österreichs Wirtschaft heuer um 3,0 Prozent. Die jüngste Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist besonders optimistisch. Zum Vergleich: Das IHS sieht für 2017 "nur" ein Plus von 2,6 Prozent, das Wifo rechnet mit 2,8 Prozent, und die Volkswirte der Nationalbank gehen von einem Wachstum von 2,9 Prozent aus.

Noch im Juni hatte die OECD die heimische Wirtschaft für heuer lediglich bei plus 2,2 Prozent gesehen. Jetzt gibt es also einen Dreier vor dem Komma. Daneben hat die in Paris ansässige Organisation auch ihre bisherige Wachstumsprognose für 2018 kräftig angehoben - von 1,7 auf nunmehr 2,5 Prozent. Die hiesige Konjunktur sollte demnach auch im nächsten Jahr am Köcheln bleiben.


Die Wachstumsdynamik sei einem "günstigen Zusammenspiel internationaler und nationaler Einflussfaktoren" zu verdanken, heißt es im aktuellen OECD-Bericht. Vor allem Exporte und Investitionen würden sich erholen. Aber auch der Privatkonsum dürfte angesichts steigender Einkommen, einer rückläufigen Sparquote und der sich aufhellenden Konjunktur zulegen. Indes sei die Inflation immer noch höher als in anderen Ländern der Eurozone. Die OECD führt dies auf Sektoren zurück, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen.

Bei Digitalisierung zu langsam
Nach Einschätzung der Industriestaaten-Organisation wird die Arbeitslosigkeit in Österreich sinken und die Erwerbsbeteiligung steigen. Positiv vermerkt die OECD die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen. Das Beschäftigungswachstum könnte jedoch höher sein, wenn Angebot und Nachfrage besser abgestimmt wären. Die OECD gibt dabei zu bedenken, dass die Wohnungsmobilität gering sei, wohnsitzabhängige Sozialleistungen bremsten diese weiter. Deshalb regt sie an, die Wohnungspolitik, die Pendlerpauschalen und die Sozialleistungen so zu ändern, dass die Menschen zu höherer Arbeitsmobilität motiviert werden.

Im ländlichen Raum fehlen aus Sicht der OECD Ganztagsschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, was Frauen an der Berufstätigkeit hindere. Österreich brauche aber auch spezifische Strategien für lebenslanges Lernen und ein größeres Lehrstellenangebot in Berufen, in denen die Digitalisierung rasch voranschreite, um den Übergang zur digitalen Wirtschaft zu fördern. Die Anpassung der Unternehmen an die Digitalisierung komme in Österreich langsamer voran als "in den diesbezüglich fortgeschrittensten Ländern". Das betreffe vor allem kleinere Firmen.

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Dokument erstellt am 2017-11-28 18:23:04


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