Wien. (ede) Mit dem ersten Einkaufssamstag im Advent (heuer der 2. Dezember) wird im heimischen Einzelhandel traditionell das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Das ist heuer der 2. Dezember. Die gute Wirtschaftsentwicklung und höhere Einkommen dürften die Österreicher heuer in Spendierlaune versetzen.

Jeder fünfte Euro
für das Weihnachtsfest


Der Einzelhandel wird im Dezember einen Mehrumsatz von 1,29 Milliarden Euro erwirtschaften, schätzen die Handelsexperten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Das wäre ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Volumen des Vorjahres. Insgesamt wird der Umsatz im Dezember um 25 bis 30 Prozent über dem durchschnittlichen Monatsumsatz liegen. "Jeder fünfte im Dezember umgesetzte Euro kann dem Weihnachts-Shopping zugerechnet werden", sagt Wifo-Experte Jürgen Bierbaumer-Polly. In vielen Branchen, wie etwa dem Spielwarenhandel, dem Handel mit Uhren und Schmuck oder dem Buchhandel, habe das Weihnachtsgeschäft einen noch viel größeren Anteil am Jahresumsatz. Im längerfristigen Durchschnitt liegen zum Beispiel die Umsatzspitzen im Dezember im Spielwarenhandel beim 2,5-fachen Monatsumsatz, Tendenz leicht fallend.

Ihren optimistischen Ausblick auf den Dezember gründen die Wifo-Experten auf den bisherigen Jahresverlauf. Laut Berechnungen der Statistik Austria haben die Umsätze im Einzelhandel in den ersten drei Quartalen um 2,8 Prozent zugelegt, das entspricht einem realen Zuwachs um 1 Prozent. Auch die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft 2017 schließen. Das Wifo erwartet aktuell für heuer ein Wirtschaftswachstum von real 2,8 Prozent.

Online-Umsätze, die unmittelbar ins Ausland abfließen, belaufen sich laut Handelsverband mittlerweile auf mehr als 50 Prozent aller im Internet getätigten Käufe. "Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2017 gehen wir von sieben Milliarden Euro Bruttoumsatz im E-Commerce aus, von denen jedoch mehr als 3,5 Milliarden Euro ins Ausland abfließen", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Der österreichische Konsument finanziere dadurch rund 111.000 Arbeitsplätze pro Jahr im Ausland, und der Mehrwertsteuer-Entgang belaufe sich auf rund 700 Millionen Euro.

Die 250 größten Onlinehändler in Österreich haben ihren Umsatz im Vorjahr um 8,6 Prozent gesteigert, errechnete das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. Die zehn umsatzstärksten Onlineshops kamen dabei auf 1,2 Milliarden Euro, das ist knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top-250-Onlinehändler.