• vom 13.12.2017, 15:14 Uhr

Österreich

Update: 13.12.2017, 18:03 Uhr

Übernahme

Lufthansa lässt Niki-Deal platzen




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Von WZ Online, APA

  • Die Lufthansa zieht das Angebot für eine Übernahme zurück. Air Berlin erneut auf Käufer-Suche für Niki.

- © APAweb/dpa/Marcel Kusch

© APAweb/dpa/Marcel Kusch

Wien/Berlin/Schwechat. Die Lufthansa hat am Mittwochnachmittag die geplante Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki aufgegeben. Als Grund gab sie die kritische Haltung der EU-Wettbewerbsbehörde an. Air Berlin sucht nach dem gescheiterten Lufthansa-Deal nun Alternativen für Niki.

Weil eine Freigabe des Erwerbs von Niki durch die AUA-Mutter Lufthansa im Fusionskontrollverfahren nicht zu erwarten sei, wurde Air Berlin heute von der Lufthansa informiert, "dass der Vollzug des im Oktober 2017 geschlossenen Kaufvertrags im Hinblick auf einen Erwerb der Niki Luftfahrt GmbH gescheitert ist. Die Air Berlin-Gruppe prüft derzeit Verwertungsalternativen für die Niki Luftfahrtgesellschaft GmbH", schrieb die insolvente Air Berlin in einer Pflichtmitteilung.

"Plan B" für die Lufthansa 

Am Erwerb der Air-Berlin-Tochter LG Walter soll nach Angaben der Lufthansa hingegen festgehalten werden. Dieser Kauf steht auch noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission. Der Kaufpreis von 18 Mio. Euro sei noch Gegenstand erneuter Verhandlungen und solle im Wesentlichen zur Tilgung des von der deutschen Förderbank KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden.

Die deutsche Regierung hatte für die 150 Mio. Euro Massekredit an Air Berlin eine Bürgschaft übernommen. Als Besicherung für den Brückenkredit hatten wie berichtet Niki-Teile gegolten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte für den Fall eines Scheiterns der Niki-Übernahme einen "Plan B" angekündigt. Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Größenordnung von rund 20 Flugzeugen aus eigener Kraft wachsen zu lassen, hatten deutsche Medien jüngst berichtet. Nach Angaben der Lufthansa soll Eurowings nun einen Teil des eigentlich vorgesehenen Kaufpreises für Niki zum Ausbau von Kapazitäten aus eigener Kraft nutzen - und zwar genau in den Märkten von Niki.

Regierung holt gestrandete Passagiere bei Flugausfällen zurück 

Verunsicherte Passagiere der akut existenzbedrohten österreichischen Airline Niki können damit rechnen, dass sie - wohl mit Flugzeugen der Lufthansa-Tochter AUA - aus dem Ausland nach Österreich zurückgeholt werden, wenn ihre Rückflüge abgesagt werden. Darauf habe man sich in der Regierung am Mittwochnachmittag verständigt.

Am Nachmittag hatte es Gespräche u.a. von Verkehrsminister Jörg Leichtfried, Finanzminister Hans Jörg Schelling und Kanzleramtsminister Thomas Drozda gegeben.

Sollten Niki-Passagiere zurückgeholt werden müssen, "würde die Regierung dies bei der AUA, oder auch bei anderen Fluggesellschaften, in Auftrag geben", hieß es vom Verkehrsressort. Der Bund würde vorfinanzieren. "Wie man sich schadlos hält, muss im Detail noch geklärt werden." Es sei jedenfalls ein Signal ausgesandt, "wenn Leute im Ausland gestrandet sind, dass sie nach Hause kommen."





Schlagwörter

Übernahme, Niki, Air Berlin, Lufthansa

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Dokument erstellt am 2017-12-13 15:17:19
Letzte Änderung am 2017-12-13 18:03:53


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