Wien. (apa/kle) Nicht nur die Weltwirtschaft wird 2018 weiter wachsen, auch der Aufschwung in Österreich wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. So lautet die am Mittwoch bekanntgegebene Konjunkturprognose der Bank-Austria-Volkswirte Stefan Bruckbauer und Walter Pudschedl.

Obwohl die Stärke von zuletzt nicht ganz erreicht werden könne, werde das Wachstum der heimischen Wirtschaft auch in den nächsten Jahren über dem langjährigen Durchschnitt liegen, sagt Pudschedl. Grund des Konjunkturaufschwungs seien zum einen die hohen Beschäftigungszuwächse und zum anderen die sinkende Arbeitslosenquote, was den Privatkonsum beflügle. Für die Jahre bis 2019 rechnet Pudschedl mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenrate auf acht Prozent.

Einzig die Inflation dämpfe die Auswirkungen der sinkenden Arbeitslosigkeit und belaste den starken Konsum und das Wachstum der Reallöhne in den kommenden Jahren. Die Inflation werde 2018 bei 2,1 Prozent liegen und im Folgejahr nur geringfügig auf 1,9 Prozent sinken, prognostiziert Pudschedl. Ausschlaggebend dafür seien in erster Linie steigende Preise für Dienstleistungsgüter, speziell in den Bereichen Wohnen und Gesundheit.

"Investitionsboom"


Was das globale Wirtschaftswachstum betrifft, geht Bruckbauer - er ist der Chefökonom der Bank Austria - für 2018 von einem Anstieg auf 3,9 Prozent aus (die Schätzung für heuer lautet auf plus 3,6 Prozent). Getragen werde dieses Wachstum vor allem durch starke Investitionen, insbesondere in den Elektronik- und IT-Branchen. Bruckbauer spricht von einem "Investitionsboom", von dem auch Österreich profitiere. Aktuell sei das heimische Investitionsvolumen auf dem höchsten Stand seit Österreichs EU-Beitritt 1995.

In der Eurozone zeigt sich ein ähnliches Bild. Selten habe man ein besseres Wachstum verzeichnen können, betont Bruckbauer. 2017 und 2018 sei etwa die Differenz zwischen dem schwächsten und dem stärksten Land der Eurozone so gering wie nie. Zudem habe heuer kein Land ein negatives Wachstum aufzuweisen.

Die Inflation in der Eurozone wird in den nächsten Jahren nach Einschätzung Bruckbauers gering bleiben. Von der Europäischen Zentralbank seien erste zinspolitische Maßnahmen erst Mitte 2019 zu erwarten, meint Bruckbauer. Zunächst dürften die Negativzinsen in Richtung null bewegt und der Zinssatz gegen Ende 2019 voraussichtlich um 0,25 Prozentpunkte erhöht werden. Bis dahin dürften die Zinsen im Euroraum weiterhin niedrig bleiben.