• vom 13.12.2017, 17:33 Uhr

Österreich


Beschäftigung

Chancen am Jobmarkt stehen gut




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  • Im dritten Quartal 2017 gab es laut Statistik Austria deutlich mehr offene Stellen - kein weiterer Zuwachs bei der Teilzeitquote.



Wien. (ede) Wenn man die richtigen Leute kennt, klappt es auch besser mit der Jobsuche: Etwa ein Drittel der 15- bis 34-jährigen Erwerbstätigen hat hierzulande laut einer Befragung durch die Statistik Austria im Rahmen des Mikrozensus 2016 über Kontakte im Familien- und Bekanntenkreis eine Anstellung gefunden. An zweiter und dritter Stelle folgten der direkte Kontakt mit dem Arbeitgeber, etwa durch Initiativbewerbungen, und Stellenanzeigen.

Derzeit stehen dank der guten heimischen Konjunktur die Jobchancen gut, denn die Unternehmen stellen wieder mehr Personal ein. Im dritten Quartal 2017 stieg die Zahl der offenen Stellen binnen Jahresfrist von 73.000 auf 104.200 deutlich. Die Zahl der Arbeitslosen nach internationaler Definition ist laut Statistik Austria gegenüber dem Vorjahresquartal von 279.200 auf 248.000 Personen, die Arbeitslosenquote von 6,1 auf 5,5 Prozent gesunken.


In den Sommermonaten Juli, August und September waren in Österreich insgesamt 4.307.300 Personen erwerbstätig, das entspricht einer Quote von 72,9 Prozent. Im 3. Quartal 2016 waren es 4.284.200 Erwerbstätige beziehungsweise 72,6 Prozent. Der Beschäftigungsanstieg konzentrierte sich weitgehend auf Unselbständige in Vollzeitbeschäftigungen, wobei die Zunahme zu zwei Drittel auf Männer entfiel. "Entgegen dem bisherigen Trend gab es im aktuellen Quartal keinen weiteren Zuwachs bei Teilzeitbeschäftigungen", so die Statistik Austria weiter. Beschäftigungszuwächse bei den Unselbständigen erzielten im Jahresvergleich unter anderem die Branchen "Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen", "Gesundheit und Sozialwesen" sowie "Erziehung und Unterricht".

AHS nur Zwischenetappe auf dem Weg in die Arbeitswelt
Bei jungen Menschen funktioniert der Übertritt von der Ausbildung ins Erwerbsleben recht gut. Dazu trägt nicht unwesentlich das Modell der dualen Berufsausbildung bei, das auch international große Beachtung findet. Eineinhalb Jahre nach dem Lehrabschluss sind hierzulande jedenfalls drei Viertel der ehemaligen Lehrlinge erwerbstätig. Ganz anders ist es - wenig überraschend - bei den AHS-Maturanten: Nicht einmal 10 Prozent von ihnen arbeiten nach Ablegen der Reifeprüfung.

Die AHS sei keine Berufsausbildung, sondern nur eine Zwischenetappe, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. 78 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen befinden sich 18 Monate nach der Matura in Ausbildung, meist an einer Hochschule.

Die Arbeitsmarktperformance junger Menschen in Österreich ist laut Statistik Austria im internationalen Vergleich gut. Mit einer Erwerbstätigenquote von 68,2 Prozent bei den 15- bis 34-Jährigen liegt Österreich in der EU hinter den Niederlanden auf dem zweiten Platz. 8,2 Prozent der "Jungen" sind hierzulande arbeitslos. Besser schneiden nur das Vereinigte Königreich, Ungarn, die Niederlande, Tschechien, Malta und Deutschland (niedrigste Quote mit 5,7 Prozent) ab.

Frauen brechen Ausbildung aus familiären Gründen ab
167.000 junge Menschen (51 Prozent Männer, 49 Prozent Frauen) aus der von den Statistikern untersuchten Altersgruppe haben nach ihrer höchsten Ausbildung eine weitere Ausbildung begonnen, diese aber abgebrochen. 38 Prozent der Drop-outs haben Migrationshintergrund, 33 Prozent leben in Wien. Die häufigste abgebrochene Ausbildung bei Männern ist die Lehre, bei Frauen jedoch die Universität. Frauen nennen am häufigsten familiäre Gründe, sprich: Kinderbetreuungspflichten (23 Prozent). Bei den Männern sind es zu 28 Prozent "sonstige Gründe". Darunter fallen zum Beispiel Flucht aus dem Heimatland oder Konkurs des Arbeitgebers.

Nicht alle finden den richtigen Job: Jeweils 24 Prozent der erwerbstätigen jungen Männer und Frauen gaben in der Umfrage an, dass ihre derzeitige Tätigkeit wenig oder gar nicht ihren Bildungsabschlüssen entsprach. Nicht-Österreicher waren rund doppelt so oft (41 Prozent) betroffen wie Österreicher (20 Prozent). Mit steigendem Bildungsniveau zeigte sich eine zunehmende Übereinstimmung von Bildung und ausgeübter Tätigkeit: Lag sie bei jungen Erwachsenen mit höchstens einem Pflichtschulabschluss bei 69 Prozent, waren es bei jenen mit Universitätsabschluss 85 Prozent.




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Dokument erstellt am 2017-12-13 17:38:05


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