Wien. Der irische Billigflieger Ryanair hat entgegen einer früheren Ankündigung doch kein Gebot für die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki abgegeben. "Leider gab es nicht genug Klarheit über die Vermietung von Lufthansa-Flugzeugen an Niki, das konnten wir nicht rechtzeitig lösen", teilte das Unternehmen zur Begründung am Donnerstag mit.

Niki-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda reichte unterdessen ein Angebot zur Übernahme des Ferienfliegers ein, wie seine Sprecherin sagte. Laut Medienberichten haben auch die Schweizer PrivatAir, die Condor-Mutter Thomas Cook und der British-Airways-Mutter IAG Angebote gelegt.

Lauda hatte bereits kritisiert, es sei nicht klar, wie viele Flugzeuge Niki noch zur Verfügung stünden. Von der Flotte von 20 Maschinen hat die Lufthansa nach eigenen Angaben vier Flieger gekauft, muss diese aber einem neuen Eigentümer von Niki weiterverkaufen, nachdem sie selbst den Plan einer Niki-Übernahme aufgegeben hatte. Die übrigen Maschinen sind im Besitz von Leasinggesellschaften.

Die Frist zur Abgabe von Kaufangeboten lief am Donnerstag ab. Insolvenzverwalter Lucas Flöther hofft, dass es heute, Freitag, zu einer "Weichenstellung" für Niki kommt. Flöther ist bereits bei der Niki-Mutter Air Berlin als Insolvenzverwalter tätig. Air Berlin hatte Insolvenz beantragt, nachdem Großaktionär Etihad Airways den Geldhahn zugedreht hatte. Niki brachte den Insolvenzantrag am 13. Dezember ein.

EU erlaubt Lufthansa Kauf
von Air-Berlin-Tochter LGW

Unterdessen hat die EU-Kommission der Lufthansa den Kauf der Air-Berlin-Regionalflugtochter LGW unter Auflagen genehmigt. Die Lufthansa muss etwa auf Start- und Landerechte am Flughafen Düsseldorf verzichten.