Wien. Knalleffekt in der Providerbranche: T-Mobile Austria kauft UPC Austria von Liberty Global. Der Kabelprovider UPC Austria wurde bei Verkauf an T-Mobile Austria mit 1,9 Milliarden Euro bewertet.

Die Kombination beider Firmen werde die notwendige Größe schaffen, um mit Wettbewerbern mitzuhalten, sagte Liberty-Global-Chef Mike Fries. Das Geschäft könnte im zweiten Halbjahr 2018 zum Abschluss kommen.

Es ist den Angaben zufolge vorgesehen, dass Liberty Global für vier Jahre einige technische Dienstleistungen zur Verfügung stellt. Außerdem soll T-Mobile Austria die Marke UPC für bis zu drei Jahre nutzen können.

Behörden müssen genehmigen

Der Verkauf müsse noch von den Behörden genehmigt werden - damit sei aber nicht vor der zweiten Hälfte des kommenden Jahres zu rechnen, hieß es. Die Deutsche Telekom ist in Österreich mit dem Mobilfunker T-Mobile Austria vertreten. Erklärtes Ziel von Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges ist es aber, den Kunden möglichst viel aus einer Hand anbieten zu können - Mobilfunk, Breitbandinternet und Fernsehen. Zuletzt hatte T-Mobile mitgeteilt, in den Niederlanden sein größtenteils nur auf Mobilfunk ausgerichtetes Geschäft ebenfalls mit einem Festnetzanbieter auszubauen.

Konkurrenzansage in Richtung A1

"Breitband ist das unverzichtbare Fundament des digitalen Österreichs. Unsere Ambition ist es, unseren Kunden – wo immer und wer immer sie sind – für jede Anwendung, die bestmögliche Anbindung zur Verfügung zu stellen, gleich ob über LTE, Glasfaser oder digitales Kabel oder künftig 5G", sagte Andreas Bierwirth, CEO von T-Mobile Austria, zur beabsichtigten Übernahme.

T-Mobile Austria bietet ab Jänner 2018 hybrides Breitband-Internet durch die Kombination von Mobilfunk und Festnetz in einem Anschluss (Router) an. Dazu wird ein Wholesale-Vertrag mit A1 Telekom Austria genutzt. "Die Integration von UPC Austria mit einem eigenen Leitungsnetz als auch die TV- und Entertainment-Angebote werden uns zu einem starken Konkurrenten für den derzeitigen Marktführer A1 machen und T-Mobile Austria in ein völlig neues Unternehmen verwandeln. Zusammen mit unserer Schwester T-Systems Austria können wir sowohl für Privatkunden ebenso wie für kleine und große Unternehmen alle Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen", erklärte Bierwirth.