Wien. Für den ATX, den Leitindex der Wiener Börse, ist das vor gut zehn Jahren markierte Allzeithoch von mehr als 5000 Punkten zwar noch immer weit entfernt. Zumindest heuer ist diese Rekordmarke aber ein großes Stück näher gerückt. Denn unter dem Strich hat der ATX das Jahr 2017 mit einem Plus von 30,6 Prozent auf 3420,14 Punkte beendet. Mit diesem kräftigen Kurssprung zählt die Wiener Börse nicht nur in Europa, sondern rund um den Erdball zu den Top-Performern.

Im Übrigen bescherte 2017 das nunmehr dritte und mit Abstand größte Jahresplus in Folge. 2016 hatte Wiens wichtigster Aktienindex um gut neun Prozent zugelegt, 2015 um elf Prozent. Erfreulich ist die heurige Performance vor allem deshalb, weil der ATX nach der Finanzkrise nur schwer in die Gänge kam und anderen Leitindizes stets hinterherhinkte.

Auch Osteuropa pusht


Wie andere Aktienmärkte hat die Wiener Börse heuer vor allem infolge des Konjunkturaufschwungs in der Eurozone und den USA sowie des anhaltenden Zinstiefs von einer allgemein guten Stimmung unter den Anlegern profitiert. Als wesentlicher ATX-Treiber erwies sich dabei Osteuropa mit seinem nach wie vor überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum. Viele der 20 im ATX gelisteten Unternehmen sind im osteuropäischen Raum prominent tätig.

Bawag-Aktie unter Wasser


Unter den Einzeltiteln verzeichnete Raiffeisen Bank International (RBI) nicht zuletzt deshalb mit 74 Prozent das größte Jahresplus - gefolgt von S-Immo mit plus 61,5 Prozent und der OMV mit plus 57 Prozent, die aus ihrer Umstrukturierung und der Erholung des Ölpreises erste Früchte erntete. Die schwächste Performance hatte indes der Leuchtenhersteller Zumtobel, dessen Aktienkurs vor allem wegen Problemen in Großbritannien um 41 Prozent absackte.

Einer der Höhepunkte des Börsenjahres in Wien war der gut 1,9 Milliarden Euro schwere Börsengang (IPO) der Bawag im Oktober. Dieser war der erste nennenswerte seit dem IPO des Flugzeugzulieferers FACC vor mehr als drei Jahren. Die Bawag ist im ATX vertreten, hat den Leitindex bisher aber Punkte gekostet. Der Grund: Die neue Bankaktie hat gegenüber ihrem Ausgabepreis um mehr als sieben Prozent verloren.

Auch die großen internationalen Börsen zeigten sich im heurigen Jahr in guter Form - wenngleich diesmal mit Abstrichen zu Wien. Der Dow-Jones-Index in New York, das weltweit am meisten beachtete Aktienbarometer, legte im ersten Jahr des neuen US-Präsidenten Donald Trump um rund 26 Prozent zu. Beim Nikkei-Index in Tokio lag das Jahresplus bei 19,1 Prozent.