• vom 08.01.2018, 16:38 Uhr

Österreich


Autohandel

Nichts als Autos




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  • Gut 400 Neuwagen-Modelle präsentiert die Vienna Autoshow heuer, darunter ist eine Weltpremiere.

Die Vienna Autoshow 2018 öffnet am Donnerstag auf dem Wiener Messegelände für vier Tage ihre Pforten. - © apa/Herbert Pfarrhofer

Die Vienna Autoshow 2018 öffnet am Donnerstag auf dem Wiener Messegelände für vier Tage ihre Pforten. © apa/Herbert Pfarrhofer

Wien. (apa/kle) Vom 11. bis 14. Jänner heißt es wieder "Alles Auto" auf der Vienna Autoshow am Wiener Messegelände. Insgesamt 40 Marken und gut 400 Neuwagen-Modelle werden dabei vorgestellt, darunter eine Weltpremiere (Citroen C4 Cactus), eine Europa-Premiere (Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio) und mehr als 30 Österreich-Premieren.

Die größte heimische Automesse steht heuer geradezu im Zeichen boomender Pkw-Neuzulassungen. Am Mittwoch, einen Tag vor der Eröffnung der Vienna Autoshow, präsentiert der Autohandel seine Verkaufszahlen für das abgelaufene Jahr. Diese dürften recht gut ausfallen. Denn zumindest bis November wurden in Österreich 327.669 Pkw neu zum Verkehr zugelassen und damit um 7,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2016 - wobei das Plus allein im November bei 16 Prozent lag.


Einen deutlichen Zuwachs um knapp ein Viertel auf 152.111 verkaufte Neuautos gab es von Jänner bis November bei den Benzinern, während bei Diesel-Pkw - wohl infolge der VW-Abgasaffäre. - ein Rückgang um gut sechs Prozent auf 162.533 Autos zu verbuchen war. Daneben legten Elektroautos weiter kräftig zu - um 37,5 Prozent auf knapp 5000 Einheiten. Mit 1,5 Prozent ist ihr Anteil am Gesamtmarkt freilich noch relativ gering.

Trotz guter Zahlen haben Autohersteller und -händler aber keinen Grund zum Jubeln. Zumindest legt dies eine Umfrage unter 1000 Führungskräften in der Autobranche nahe, deren Ergebnisse kürzlich veröffentlicht wurden. So erwartet mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Zahl der Autohändler bis 2025 um bis zu 50 Prozent sinken wird. Zudem gehen drei Viertel davon aus, dass der Anteil der in Westeuropa produzierten Autos von derzeit 16 Prozent bis 2030 auf unter 5 Prozent sinken wird.

E-Mobilität im Vormarsch
Autohändler werden sich deshalb künftig wohl auf große Gebrauchtwagen-Stützpunkte und Servicestandorte konzentrieren müssen, wenn sie am Markt überleben wollen. Wie es heißt, werde dabei die Verwertung von Fahrzeug- und Fahrerdaten den Hauptbestandteil des Geschäftsmodells der Autobranche ausmachen. An Wichtigkeit gewinnen dürfte Carsharing, dominierendes Thema werde die Elektromobilität.

Wohin die Reise in Sachen Autos geht, zeigt Norwegen: 2017 waren dort mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen Elektro- oder Hybridautos. Während Fahrer von Wagen mit Verbrennungsmotoren mit deftigen Abgaben belegt werden, sind E-Autos nahezu komplett von Steuern befreit. Wer am Steuer eines Elektrowagens sitzt, profitiert außerdem von weiteren Begünstigungen wie der kostenlosen Nutzung von Mautstraßen, Fähren, Parkplätzen oder der Erlaubnis zum Fahren auf Busspuren. Bis 2025 will Norwegen keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen.

Unterdessen drohen den Autoherstellern wegen der Verletzung der EU-Klimaziele Milliardenstrafen, wie die deutsche "Automobilwoche" berichtet. Schuld sei der hohe CO2-Ausstoß aufgrund des Booms bei SUV/Geländewagen. Mit Toyota, Volvo, Renault-Nissan und Jaguar Land Rover würden derzeit nur vier Autobauer den 2021 erforderlichen CO2-Grenzwert in der EU schaffen.

Neben dem SUV-Boom schlägt auch der Rückgang bei Dieselfahrzeugen negativ in der CO2-Bilanz zu Buche. Händler respektive Hersteller locken mit "Öko-Rabatte", wenn alte Dieselfahrzeuge zurückgegeben werden - wobei hier das Umweltproblem zu einem erheblichen Teil nur verlagert wird. Nur rund die Hälfte der alten Dieselautos in Deutschland werde im Rahmen der Umweltprämie verschrottet, berichtet die "Automobilwoche".

Viele Händler wollen die Fahrzeuge mit einem gewissen Restwert nicht entsorgen und verkaufen sie über Partner nach Osteuropa und Afrika. "Wir verschrotten kein einziges Fahrzeug", zitiert das Branchenblatt Frank Perez, Vertriebsleiter der Mehrmarken-Automobilgruppe Dirkes in Köln. "Diese Autos haben einen Marktpreis, den wir auch realisieren wollen." Die Nachfrage in Afrika sei gewachsen.

2017 fast 150.000 Besucher
Die Vienna Autoshow ist ab Donnerstag bis Sonntag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Parallel dazu finden die Ferien-Messe mit mehr als 800 Ausstellern aus 80 Ländern sowie die Bike Village Vienna mit Neuheiten aus der Fahrradwelt statt - beide jeweils von 10 bis 18 Uhr. Alle drei Messen können mit einem gemeinsamen Ticket besucht werden. Im vergangenen Jahr wurden in Summe fast 150.000 Besucher gezählt.




Schlagwörter

Autohandel, Messen, Wien, Vorschau

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Dokument erstellt am 2018-01-08 16:41:20


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