• vom 11.01.2018, 17:17 Uhr

Österreich


Industrie

Harter Brexit würde Österreichs Autobranche 1000 Jobs kosten




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  • Deloitte: Autozulieferindustrie würde bis zu 480 Millionen Euro weniger umsetzen.

Wien/London. (apa/kle) Im Fall eines harten Brexit wären in der österreichischen Autobranche zirka 1000 Arbeitsplätze gefährdet. Außerdem stünde der heimischen Autozulieferindustrie ein Umsatzrückgang von rund 480 Millionen Euro ins Haus, wie aus einer aktualisierten Analyse der Beraterfirma Deloitte hervorgeht. "Der Brexit stellt eine große Gefahr für Jobs in der österreichischen Automobilzulieferindustrie dar", sagt Ben Trask, Partner bei Deloitte Österreich und Brexit-Experte.

Deloitte hat die potenziellen Folgen eine harten Brexit für die Autozulieferindustrie analysiert. Demnach werden in Österreich rund 3100 Personen aufgrund des britisch-europäischen Autohandels beschäftigt. Durch einen harten Brexit würde die Beschäftigtenzahl auf rund 2100 sinken.


Der für Österreichs Autobranche für diesen Fall prognostizierte Umsatzrückgang von 480 Millionen Euro entspricht 1,5 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Der Rückgang entsteht zum einen direkt aufgrund der Abnahme der Automobilumsätze um rund 106 Mio. Euro, zum anderen vor allem indirekt durch den Rückgang der zugelieferten Autoteile um rund 375 Mio. Euro, erläutert Trask.

"Nützt niemandem"
Der Gesamteffekt eines harten Brexit für den europäischen Autoabsatz - zum Zeitpunkt des voraussichtlichen EU-Austritts von Großbritannien 2019 - wird auf minus 770.000 Autos geschätzt. Das entspricht rund vier Prozent der aktuellen EU-Autoproduktion von 17 Millionen Stück. "Gleichzeitig würden die Umsätze europäischer Autobauer um rund 20 Milliarden Euro sinken", so Trask.

Deloitte rechnet im Fall eines harten Brexit auch mit etlichen weiteren Herausforderungen wie steigenden Bürokratiekosten oder längeren Lieferzeiten. Mittelfristig stünden zwischen Herstellern und Zulieferern auch erneute Vertragsverhandlungen an. Längerfristig sei mit unterschiedlichen Produktstandards in Großbritannien zu rechnen, was zu höheren Kosten sowie finanziellen und zeitlichen Aufwendungen für Zulassungs- und Patentverfahren führen könnte. Trasks Fazit: "Ein harter Brexit nützt niemandem. Eine Entscheidung über diesen liegt allerdings nicht bei den Unternehmen, sondern bei den politischen Entscheidungsträgern. Was Unternehmen tun können, ist, sich auf den ‚Worst-Case‘ vorzubereiten."




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Dokument erstellt am 2018-01-11 17:20:03



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