• vom 12.01.2018, 15:49 Uhr

Österreich

Update: 12.01.2018, 15:58 Uhr

Immobilienbranche

Den Sprung in Europas Spitzenliga vor Augen




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Von Karl Leban

  • Ob Immofinanz und CA Immo fusionieren, entscheidet sich heuer. Künftiger Börsenwert: Fünf Milliarden Euro.





Wien. Fast zwei Jahre ist es her, seit sich Immofinanz und CA Immo mit Heiratsplänen tragen. Ob es damit jetzt ernst wird und die beiden Wiener Immobilienfirmen tatsächlich zusammengehen, sollte sich im heurigen Jahresverlauf entscheiden. Mittlerweile frei wäre der Weg für eine Fusion jedenfalls. Denn wie mit der CA Immo ausgemacht hat die Immofinanz vor wenigen Wochen den Verkauf ihrer defizitären Russland-Immobilien über die Bühne gebracht und sich so von einem massiv belastenden Klotz befreit.

Waren die Gespräche zwischen den beiden börsennotierten Konzernen aufgrund des heiklen Themas Russland-Ausstieg mehr als ein Jahr ausgesetzt gewesen, sollen sie jetzt zu Jahresbeginn wieder aufgenommen werden, wie es in den Firmenzentralen heißt. Da werde es dann darum gehen, gemeinsam einen neuen Zeitplan und eine Roadmap für die Fusion zu erstellen.


Kapitalverflechtungen
bestehen schon jetzt

Im Rahmen des Projekts selbst gilt vor allem die Bewertung beider Unternehmen durch externe Gutachter als einer der sensibelsten Punkte. Erst mit der jeweiligen Bewertung gäbe es in weiterer Folge einen Schlüssel dafür, in welchem Verhältnis die Aktien des neuen, fusionierten Konzerns den bisherigen Immofinanz- und CA-Immo-Aktionären künftig zuzuteilen wären. Falls das Umtauschverhältnis für beide Seiten passt, wäre dies für den Merger bereits die halbe Miete, ist bei Analysten zu hören.

Via Übernahme soll der Zusammenschluss ja nicht erfolgen, obwohl sich die Immofinanz bei der CA Immo im Frühjahr 2016 mit 26 Prozent eingekauft hat und damit auch deren größte Einzelaktionärin ist. Die übrigen 74 Prozent befinden sich dort in den Händen von Streubesitzaktionären, darunter ist etwa die dem Sparkassen-Sektor nahestehende S-Immo mit gut fünf Prozent.

75-Prozent-Zustimmung
der Aktionäre notwendig

Bei der Immofinanz wiederum ist die CA Immo mit einem Anteil von 4,9 Prozent an Bord. Größte Einzelaktionärin ist dort mit 6,6 Prozent der österreichische Investor Rudolf Fries (respektive seine Familie), gefolgt von der Erste Asset Management GmbH und der S-Immo mit jeweils mehr als fünf Prozent. Das überwiegende Gros der Anteile ist indes auch bei der Immofinanz breit im Börsenpublikum gestreut.

Das letzte Wort in Sachen Fusion haben in beiden Unternehmen klarerweise deren Eigentümer, die Aktionäre. Damit die Verschmelzung zustande kommt, müssten in gesondert abzuhaltenden Hauptversammlungen je 75 Prozent des anwesenden Stimmrechtskapitals dafür stimmen. Dass in den Jahres-Hauptversammlungen von CA Immo (9. Mai) und Immofinanz (11. Mai) bereits abgestimmt werden wird, gilt wegen des langwierigen und hochkomplexen Verfahrens bei den Firmenbewertungen als unwahrscheinlich. Realistisch sind jedoch dem Vernehmen nach Termine im zweiten Halbjahr. Damit ist allerdings auch klar, dass die Fusion im heurigen Jahr wohl kaum mehr komplett durchgezogen werden kann, sofern es grünes Licht für sie gibt.

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Dokument erstellt am 2018-01-12 15:53:14
Letzte nderung am 2018-01-12 15:58:22



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